Russische Seele trifft deutsches Herz
Bild: Wieneke
Volles Klangbild: Die sieben Don Kosaken brillierten als A-Capella-Ensemble ebenso wie als berührende Solisten.  
Bild: Wieneke

Der in Danzig geborene Maxim Kowalew, Sohn eines Russen und einer Deutschen, gründete 1994 den nach ihm benannten Chor. Dieser lässt das musikalische Erbe der Kosaken in Westeuropa und Skandinavien aufleben. Er gibt den Sängern die Möglichkeit, ihr musikalisches Talent an die Öffentlichkeit zu bringen und zugleich ein Zeugnis vom Geist des alten Russlands abzugeben. Im Rahmen ihrer Europatournee gastierte der „kleine Chor“ unter Leitung von Dirigent und Tenor Viachaslau Yeromin in Langenberg.

Aus den Tiefen der russischen Seele formte sich bei dem gut zweistündigen Konzert ein Spannungsbogen zwischen mit Intensität vorgetragenen Kirchengesängen und russischen Volksweisen – geprägt von kraftvollen Bässen, vollem Bariton und hauchzartem Sopran. Die sieben Kosaken brillierten als A-Capella-Ensemble ebenso wie als berührende Solisten mit ruhigen, getragenen Melodien aus der russisch-orthodoxen Liturgie wie dem Kirchengesang „Neue Freude“ ebenso wie den weltweit bekannten „Abendglocken“, „Vaterunser“, „Ave Maria“ von Bach/Gounod und Bortnijanskijs „Ich bete an die Macht der Liebe“.

Nach einer kurzen Pause erwiesen sich die Sänger als Meister der Dynamik. Die mitreißenden Volkslieder aus Russland, Georgien und Weißrussland waren geprägt vom feinsten Pianissimo bis hin zum klanggewaltigen Fortissimo, das das Gotteshaus „erbeben“ ließ. Dabei boten der kraftvolle Bass mit flexiblem Bariton und sauber intonierten Tenören ein unter die Haut gehendes, volles Klangbild – die russische Seele traf voll das deutsche Herz. Die Don Kosaken zogen ein breites Band vom melancholischen Volkslied „Traurige Mutter“ und dem traditionsreichen „Einsam klingt das Glöckchen“ bis zu traditionellen Weisen wie dem lebensfrohen „Kalinka“, begleitet vom spontanen, rhythmischen Klatschen der Zuhörer.

Begeistert stimmten die Langenberger auch beim Finale in das in deutscher Sprache gesungene Volkslied „Guten Abend, gute Nacht“ ein. Mit lang anhaltendem stehenden Beifall wurden die sieben Don Kosaken nach einer Zugabe verabschiedet.

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