SPD tritt für blühende Landschaften ein
Bild: T. Nienaber
Die Futtersuche gestaltet sich für Bienen und andere Insekten immer schwieriger. Durch das Auftragen von Pestiziden auf ihren Feldern sowie das Bewirtschaften von Monokulturen seien Landwirte maßgeblich für das Insektensterben mitverantwortlich, sagt SPD-Fraktionschef Philipp Micus. Die SPD beantragt daher die Errichtung mehrerer Wildblumen-Grünstreifen. Das Bild ist dem Hobbyfotografen Torsten Nienaber während der so genannten Frühtracht gelungen.
Bild: T. Nienaber

Die Sozialdemokraten im Langenberger Rat sprechen sich dafür aus, Wildblumen-Grünstreifen, über das Gebiet der Gemeinde verteilt, anzulegen. Für Fraktionssprecher Philipp Micus wäre eine Umsetzung des Projekts ein Stück Erhaltung der Artenvielfalt. Die Meldungen der vergangenen Monate lassen aufhorchen: Es gebe immer weniger Insekten, sind sich Experten einig. Und mit ihnen könnten etliche Vogel- und Pflanzenarten verschwinden. Für die Langenberger Sozialdemokraten ein Alarmsignal, das gehört werden müsse, wie Philipp Micus betont. „Wir müssen der Natur auch mal etwas zurückgeben, anstatt immer nur in ihr zu wildern“, sagt der SPD-Ratsherr.

Eine Maßnahme, die relativ leicht umzusetzen sei und dennoch Wirkung zeigen könne, sei die Schaffung mehrere blühender Grüninseln in einem ansonsten immer häufiger monotonen Ökosystem. An mehreren Stellen in der Gemeinde sollen laut Philipp Micus Grünstreifen entstehen, in denen Wildblumen eingesät werden. Einmal in voller Blüte würden diese Bienen, Hummeln und Co. als Nahrungsquelle dienen, was wiederum den insektenfressenden Vögeln zugute käme. Unter anderem in Rheda-Wiedenbrück hätten Umweltverbände vorgemacht, wie eine solche Schutzmaßnahme schnell und unkompliziert umzusetzen sei. Finanzieren möchte die SPD das Projekt über die Erhöhung der Grundsteuer A, also die Abgabe auf Agrarflächen.

Nicht ohne Grund, wie Philipp Micus betont. „Wir sehen die Landwirte in der Pflicht“, sagt der Fraktionschef. Durch das Auftragen von Pestiziden und das Bewirtschaften von Monokulturen seien sie maßgeblich für das Insektensterben mitverantwortlich. Zur Planung und Erstellung der Wildblumengrünstreifen möchte die SPD insgesamt 30 000 Euro für den Bereich Umweltmanagement im Haushalt 2018 eingestellt sehen. Im Gegenzug soll zur Refinanzierung der Hebesatz der Grundsteuer A soweit angehoben werden, dass die Deckungslücke ohne weitere Ausgaben geschlossen werden kann. Derzeit liegt der Satz der Agrarflächenabgabe bei 217 Punkten. Über den Antrag der Sozialdemokraten hat der Rat der Gemeinde in seiner letzten Sitzung des Jahres am Dienstag, 19. Dezember, ab 16 Uhr zu entscheiden.

SOCIAL BOOKMARKS