Schnatgang entlang der alten Grenze
Bild: Wieneke
Über Felder und Wiesen sowie durch Wälder führte der Schnatgang des Heimatvereins Langenberg. Unser Bild zeigt die „Grenzgänger“ im Bereich des Sandgrabens. Dieser musste ebenso wie der Forthbach überquert werden. 
Bild: Wieneke

Intensiv vorbereitet hatte Heimatvereinsvorsitzender Leo Meyer den etwa sechs Kilometer langen Grenzgang.

Gestartet wurde am süd-östlichen Grenzpunkt, am ursprünglichen Standort des Grenzsteins Nummer 60. Dieser Dreieckstein markierte das südliche Ende der Grenze zwischen dem Amt Reckenberg, der Grafschaft Rietberg und dem Fürstbistum Münster. Das ist der Grenzpunkt für die ehemaligen Gemeinden Langenberg (Schlingfeld Weg), Mastholte (Straße „Unter den Eichen“) und Benteler.

Besagter Dreieckstein hat heute allerdings aktuell einen „falschen“ Platz – an einer Ruhebank an der Mastholter Straße in Höhe der Holzheide. Über eine Umsetzung an seinen „richtigen“ Standort führen die beiden Heimatvereine Benteler und Langenberg bereits Gespräche.

Erste Beschreibungen bereits im 16. Jahrhundert

Die Schnat endete nach ereignisreichen  in Selhorst beim noch erhaltenen Grenzstein Nummer 47 in Holtmanns Busch. Ausführliche Beschreibungen dieser Grenze gehen auf die Jahre 1508 bis 1532 in der Regierungszeit des Bischofs von Osnabrück, Erich von Grubenhagen, zurück. In dieser Zeit gab es immer wieder erhebliche Streitigkeiten zwischen dem Bischof und Graf Otto IV. von Rietberg. Dieser stellte immer höhere Ansprüche. Der Grenzvertrag wurde zwischen Johann Bischof von Münster und Administrator (Verwalter) von Osnabrück und Paderborn, mit dem Landgrafen Wilhelm von Hessen als Lehnsherr geschlossen. Weitere Partner in den Jahren 1569/70 waren Erich Graf zu Hoga, Rietberg und Bruchhausen (Arnsberg und Bestwig) sowie Agnes von Bentheim (Rheine). Die Schnat (Grenze) wurde beim Schnatgang (1569 bis 1774) durch markante Punkte wie Höfe, Bäume, Gräben, Erdwälle und Schlagbäume festgelegt. Die 60 Grenzsteine zwischen dem Amt Reckenberg und der Grafschaft Rietberg wurden im Jahre 1774 gesetzt. Noch heute lässt sich der Grenzverlauf an modernen Messtischblättern verfolgen. Dort, wo die beiden ehemaligen Grenzgemeinden zusammenstoßen, ist eine Linie, die beide Gebiete trennt.

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