Schnellbus als Alternative zur Bahn
Archivbild: Nienaber
Attraktiver würde der Öffentliche Personennahverkehr durch eine Schnellbuslinie, wie sie der Kreis Gütersloh im neuen Nahverkehrsplan vorschlägt, allemal. Bisher müssen Busreisende viel Zeit und Geduld mitbringen, wenn sie von Langenberg aus zum Einkaufen in die benachbarten Mittelzentren Lippstadt oder Rheda-Wiedenbrück fahren möchten.  
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Wer von Langenberg aus zum Einkaufen in die benachbarten Mittelzentren Lippstadt oder Rheda-Wiedenbrück fahren möchte, aber über kein eigenes Auto oder keinen Führerschein verfügt, kommt nur schwerlich um einem Ausflug mit dem Bus herum. Der Liniennetz ist jedoch ausbaufähig.

Man könnte beinahe die Uhr danach stellen: Geht es in der Lokalpolitik zum Ende eines jeden Jahrs im Rahmen der Haushaltsdebatten ans Eingemachte, nämlich um die Zukunft der Gemeinde, wird immer wieder der Ausbau des ÖPNV-Netzes thematisiert. Dabei hat die Gemeinde in dieser Angelegenheit einen sehr beschränkten Handlungsspielraum. Zuständig für das Liniennetz im Kreis Gütersloh und darüber hinaus ist der Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe. Er ist Aufgabenträger für den Busverkehr im Kreis Gütersloh.

Im Verwaltungssitz in der Dalkestadt wird derzeit der neue Nahverkehrsplan entwickelt. Ziel dieses 300-Seiten-Werks und der darin enthaltenden Maßnahmen ist es, den ÖPNV im Kreis Gütersloh attraktiv zu gestalten, um noch mehr Bürger für dessen Nutzung zu gewinnen. Für Langenberg sind konkret mehrere Zukunftsvisionen darin enthalten. Nachholbedarf wird demnach vor allem in schnellen Verbindungen zwischen Langenberg und Lippstadt beziehungsweise Rheda-Wiedenbrück gesehen. Grund dafür ist das Fehlen eines zügigen Schienenpersonennahverkehrs (SPNV).

Um aber eine dem SPNV ähnliche Verbindungsqualität durch Linienbusse zu realisieren, müsste insbesondere eine kürzere Reisezeit gegenüber den „normalen“ Regionalbusverbindungen gewährleistet werden. Die Einrichtung einer Schnellbuslinie könnte die Lösung sein. Im Nahverkehrsplan für den Kreis Gütersloh wird nun vorgeschlagen, parallel zur bestehenden Linie 70 eine eben solche „Tempo-Variante“ auf den Weg zu bringen, die die Fahrzeit zwischen den Endpunkten nahezu halbieren könnte. Dies ist möglich, weil das zum Einsatz kommenden Fahrzeug – idealerweise eine Gelenkbus – nur wenige Haltestellen anfahren würde.

Noch ist das allerdings Zukunftsmusik. Ob ein solches Angebot in die Tat umgesetzt wird, hängt nicht zuletzt von der Bereitschaft des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe ab, die Schnellbusse zu finanzieren. Dieser ist für die Region für Verkehrsleistungen auf der Schiene zuständig. Der Gemeinde wird noch bis Mitte Mai Zeit gegeben, eine Stellungnahme zum Nahverkehrsplan abzugeben.

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