Schnelles Internet nur mit Glasfaser
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Nur mit Glasfaserkabeln wäre ein Surfen mit Verbindungsgeschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde und mehr in Langenberg flächendeckend möglich.  
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Während in großen Ballungszentren dank Glasfaserverkabelung Verbindungsgeschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde und mehr keine Seltenheit sind, wandern Bits und Bytes hierzulande meist deutlich langsamer durch die Leitungen. Im Rathaus ist man mit der Situation dementsprechend unzufrieden. „Da müssen wir jetzt ran“, unterstreicht Bürgermeisterin Susanne Mittag im Gespräch mit der „Glocke“. Zwar gebe es in der Gemeinde eine Grundversorgung in Sachen weltweites Netz, „ohne weiße Flecken auf der Übersichtskarte“, dennoch bestünde früher oder später Handlungsbedarf. „Schnelles Internet gewinnt immer mehr an Bedeutung und ist für die Wirtschaft ein bedeutender Standortfaktor“, unterstreicht Langenbergs Gemeindeoberhaupt. Im Netz surfen, E-Mails versenden oder online verfügbare Dienste nutzen: In Hochgeschwindigkeit ist all dies mit den alten Kupferleitungen, die zwischen Forthbach und Glenne verlegt sind, nicht möglich.

Standortfaktor

 „Die Verfügbarkeit von LTE hat zwar schon Verbesserungen für die Gemeinde gebracht, aber der Nutzen ist nur begrenzt“, erläutert die Verwaltungschefin. 16 Megabit pro Sekunde, was eigentlich der Mindeststandard sein sollte, seien mit dem Mobilfunkstandard der vierten Generation im ländlich gelegenen Langenberg möglich, nach Ablauf der Datenvolumen werde die Verbindungsgeschwindigkeit stark gedrosselt. Wer weiterhin High-Speed-Surfen möchte, müsse tief in die Tasche greifen. Insbesondere Unternehmen, die auf schnelles Internet angewiesen sind, sei dies ein Dorn im Auge, sagte Susanne Mittag. Abhilfe könnte die flächendeckende Versorgung mit Glasfaserkabeln bringen. Nur die gibt es nicht zum Nulltarif. Weil der Ausbau den großen Internetanbietern vielerorts nicht profitabel erscheint, bleiben ländliche Regionen bei der Breitbandversorgung oftmals auf der Strecke. Dementsprechend froh ist Langenbergs erste Bürgerin, dass sich die Gemeinde nun einem kreisweiten Projekt anschließen wird. Mit einem Masterplan wollen Kreis und Kommunen Internetverbindungen im Schneckentempo möglichst schnell die rote Karte zeigen. Ziel des von einem externen Büro mit Unterstützung von Regio IT und Infokom zu erstellenden Gutachtens ist es, herauszufinden, wie Glasfaserkabel in der Fläche schnell und kostengünstig zu verlegen sind.

Masterplan

Von allzu viel Euphorie möchte Bürgermeisterin Susanne Mittag aber noch nichts wissen. Zwar sei das gemeinsame Vorgehen von Kreis und Kommunen eine kostengünstige Möglichkeit, die Netzstruktur unter anderem in Langenberg zu analysieren, trotzdem sei mit der Fertigstellung des Masterplans noch kein einziges zusätzliches Glasfaserkabel unter der Erde. Die Umsetzung des Konzepts, das Ende des Jahres fertig sein soll, obliege der Gemeinde und müsse dementsprechend intensiv und politisch diskutiert werden, unterstreicht Susanne Mittag. Um im Zuge des Glasfaserkabelausbaus an Fördergelder zu kommen, müsse die Gemeinde den Netzbetreibern zudem Marktversagen nachweisen.

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