Sirenen sind demnächst einsatzbereit
Bild: Nienaber
Auf dem Dach des Langenberger Rathauses steht seit Freitag die erste von zwei Sirenen zur Bevölkerungswarnung. Ab Montag soll eine zweite auf dem Dach der Schmeddingschule montiert werden. Laut Fachbereichsleiter Peter Schaumburg muss in den kommenden Tagen noch eine benötigte Software auf die digitalen Gerätschaften gespielt werden, erst dann seien die Signalgeber einsatzbereit.  
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 Lange werden die Bürger aber sicher nicht auf den ersten Ton der gleichzeitig modernen und lautstarken Technik warten müssen. Sobald das „schrille Paar“ am Netz ist, sollen regelmäßige Probealarme durch die Gemeinde schallen. Mit den sogenannten „Heulpilzen“, die bis zum Ende des Kalten Kriegs wie in anderen Kommunen auch in Langenberg allein schon wegen der schieren Lautstärke regelmäßig Schauer über die Rücken der Bürger laufen ließen, haben die neuen digitalen Signalgeber äußerlich nichts mehr gemein. In eine kompakte Bauform sind die 600 Watt Ausgangsleistung verpackt. Der pilzähnliche, große Hut ist zwei kleineren Trichtern gewichen, aus denen im Ernstfall die Töne ihren Weg durch die Gemeinde nehmen sollen. An der Lautstärke hat sich indes nichts geändert. Aus gutem Grund: Vom Dach des Rathauses sowie von dem der Schmeddingschule aus soll das gesamte Gebiet der Gemeinde vor Katastrophen gewarnt werden.

 Lediglich für die entlegenen Außenbereiche werden laut Peter Schaumburg, Fachbereichsleiter Bürgerdienste und Ordnung, noch zwei mobile Sirenen angeschafft, die im Fall der Fälle von einem Gemeindefahrzeug aus genutzt werden können. Eine Ausschreibung zusammen mit anderen Kommunen werde demnächst beginnen. Zum Beispiel bei Großbränden, Gefahrstoffaustritten etwa nach Unfällen auf der Bundesstraße, Explosionen, Unwettern, Überschwemmungen, Giftgaswolken und radioaktiven Gefahren nach einem Gau würden die Sirenen ihren Dienst aufnehmen. „Sie werden dann aber nicht von uns im Langenberger Rathaus, sondern zentral von der Kreisleitstelle der Feuerwehr in Gütersloh angesteuert werden“, erläuterte Schaumburg im Gespräch mit der „Glocke“.

Bei überregionalen Gefahren steuere sogar das Innenministerium NRW oder die Katastrophenschutzzentrale des Bunds die Signalgeber an. Eine Alarmierung der Feuerwehr erfolge darüber jedoch nicht. Das geschieht laut dem Fachbereichsleiter weiterhin über die Meldegeräte der heimischen Wehrleute. Einsatzbereit sind die Sirenen noch nicht. Am Montag soll mit dem Exemplar auf dem Dach der Schmeddingschule Nummer zwei seinen endgültigen Standort gefunden haben. Um jedoch einen Ton von sich geben zu können, muss erst noch eine entsprechende Software aufgespielt werden. Das soll bei beiden Sirenen in den nächsten Wochen der Fall sein.

Künftig wird es in Langenberg regelmäßige Probealarme geben. Dies ist in der Regel ein 15- bis 20-sekündiger Dauerton. Laut Bundesinnenministerium richtet sich dieses Signal nicht an die Bevölkerung, sondern dient dem Test der Technik. Anders zum Beispiel das Sirenensignal „Einminütiger Heulton“, das meist die Bedeutung hat, „Türen und Fenster schließen, Aufenthalt im Freien vermeiden, Radio einschalten und auf Durchsagen achten“. In welchen Intervallen die Probealarme stattfinden und welche Signale genutzt werden, wird laut Peter Schaumburg derzeit auf Kreisebene diskutiert. Nach Abschluss der Gespräche soll eine intensive Öffentlichkeitsarbeit zu dem Thema beginnen.

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