Spritziges Spiel überzeugt Publikum
Bild: Wieneke
Da können (v. l.) die Bistro-Kellnerin (Giesela Rickmann) und die Zugchefin (Anke Vielstedde) nur staunend zuschauen: Oma Lieselotte (Anita Bendig) weist ihren Enkel und Möchtegern-Rocker (Dennis Stenzel) in die Schranken. Bei der Premiere der Komödie „Stress im Champus-Express“ hatte die Laienspielschar Langenberg das Publikum am Samstag schnell auf ihrer Seite.
Bild: Wieneke

Mit seiner 33. Inszenierung ist Franz-Josef Trostheide, Regisseur der Laienspielschar Langenberg, in der Aula der Brinkmannschule ein Meisterstück gelungen. In den fast drei Theaterstunden, die wie im Flug vergingen, wurden die Besucher mit einem Feuerwerk aus überzeugendem Laienspiel der in ihren Rollen voll aufgehenden Akteure sowie mit Humor und Heiterkeit am laufenden Band verwöhnt. Hoch her geht es in der Privatbahn „Interlux-Express“ von Gütersloh nach Sylt mit nur einem Stopp in Norderstedt. In dem edel ausgestatteten Bistro des Oldiezugs lernten die Zuschauer schnell ein Völkchen unterschiedlichster Charaktere kennen und lieben.

Restkarten für die sieben weiteren Aufführungen sind an der Tankstelle Tellenbrock sowie unter www.laienspielschar-langenberg.de erhältlich. Der Reinerlös der 47. Spielsaison geht an die Flüchtlingshilfe sowie an das Patenkind der Langenberger Laienspielschar, Divya in Indien.
Im Bistro führt die einfältige Kellnerin Gertrud (Gisela Rickmann) Regie, während Schaffner Hermann (Michael Henke) im besten sächsischen Zungenschlag Fahrkarten kontrolliert und unbarmherzig nachkassiert. Für Heiterkeit sorgt Reinigungskraft Ilse – in einer Doppelrolle auch als Pathologin Prof. Dr. Petra Piepenbrink von Karin Südhoff glänzend dargestellt.

Akteure in Doppelrollen

Von ihrem Personal in so mancher Situation überfordert, hat sich die feine Zugchefin (Anke Vielstedde) mit recht unterschiedlichen Fahrgästen herumzuschlagen. Ein smarter Versicherungsmakler (Martin Schröder) möchte ein schnelles Geschäft machen, während eine ältere Dame (Anita Bendig) ihrem missratenen Enkel Harvey – in einer weiteren Doppelrolle als Radsportler und als Möchtegern-Rocker meisterhaft von Dennis Stenzel gespielt – heimlich nachreist.

Gaunerpärchen mit dem perfekten Plan

Und dann gibt es mit Kati (Sandra Forthaus) und Rüdiger (Holger Kröger) noch ein seltsames Pärchen an Bord des Champus-Expresses. Ziel der beiden ist nicht die Insel Sylt: Sie haben es auf die Bistrokasse abgesehen. Der Plan der gescheiten Kati – Motto: „Keine Party ohne Kati“ – und ihres schusseligen Partners ist perfekt ausgeklügelt: Bei einer Tunneldurchfahrt kurz vor Norderstedt vermummen sich beide im WC, überfallen die Kellnerin und machen sich mit der Beute beim Stopp aus dem Staub. Zwar gelingt der Raub perfekt, aber eine Durchsage von Zügführer Malte Hansen – perfekt im Stil des näselnden WDR2-Zugbegleiters Lurch-Peter Hansen – lässt das Blut des Gaunerpärchens zu Eis erstarren.

„Aufgrund einer Betriebsstörung entfällt der Halt in Norderstedt“, schalt es durch das Mikrofon. Nun nimmt das Chaos seinen Lauf. Kati und Rüdiger sind zur Freude der Zuschauer zu immer neuem Improvisationstheater vom Spießrutenlauf bis zum ständigen Versteckspiel mit der Beute gezwungen. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei stoppt den Zug auf freier Strecke, Kriminalkommissar Zöllner (Heinz Peitz) und Beamtin Kleinfeld (Gaby Zielinsky) kommen an Bord –doch mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

SOCIAL BOOKMARKS