Stinkende Schönheit: Teufelszunge blüht
Bild: Geppert
Sie zeigt ihre Pracht nur rund drei Tage und riecht extrem unangenehm: die Teufelszunge. Tim, Pia und Eiko Buckenthien (v. l.) aus Langenberg erleben die Blüte der seltenen Pflanze zum ersten Mal.  
Bild: Geppert

„Die Teufelszunge gehört zu den Aasblüten. Sie duftet also nicht angenehm wie Rosen oder Veilchen, sondern verbreitet einen Geruch nach Verwesung. Das ist für Menschen extrem unangenehm“, erklärt Eiko Buckenthien. Die Pflanze locke damit Insekten wie Fliegen und Käfer an. „Die fallen in den Trichter und wenn sie wieder herauskrabbeln, sind sie mit Blütenpollen behaftet“, sagt Buckenthien. Bienen, so der Experte, lassen sich von dem Gestank nicht anlocken.

Blume blüht nur alle drei bis vier Jahre

Der Hobby-Botaniker erlebt die Blüte der Teufelszunge zum ersten Mal. Die Trockenblüher blühen nämlich nur alle drei bis vier Jahre – und dann auch nur für einen kurzen Zeitraum von rund drei Tagen. Danach fallen Blüte und Stengel in sich zusammen. Aber der Reihe nach: Alles beginne mit einer trockenen, runden Knolle, sagt Eiko Buckenthien. Die müsse man dunkel und kühl lagern. Sie braucht kein Wasser und keinen Dünger. „Irgendwann beginnt der Stengel zu wachsen, bis sich nach rund sechs Wochen die Blüte entfaltet. Man kann der Pflanze quasi beim Wachsen zuschauen. Um bis zu zwei Zentimeter wird sie täglich größer“, erklärt er, und führt weiter aus: „Man wundert sich, woher die Pflanze ohne Licht und Wasser die Kraft nimmt, so zu blühen.“

Ist die Blüte nach drei Tagen verwelkt und die Pflanze in sich zusammengefallen treibt die trockene Knolle erneut einen Stiel aus. „An dessen Ende entsteht aber kein Blütenkelch, sondern ein grünes Blatt bildet sich aus“, erläutert der Langenberger. In diesem Stadium müsse man die Wurzel eintopfen und ab und zu gießen. „Im ausgewachsenen Zustand kann das Blatt einen Durchmesser von bis zu zwei Metern erreichen“, weiß Eiko Buckenthien.

Von Südostasien nach Langenberg

Ihre Heimat hat die Teufelszunge in Südostasien. Zu den Buckenthiens kam „amorphophallus konjak“ durch einen Zufall. Die Familienmitglieder sind Hobby-Bontaniker und haben auf einer Raritätenmesse für Pflanzen die erste Teufelszunge gekauft. Mittlerweile ist vor allem der neunjährige Tim ein großer Fan der stinkenden Schönheit und züchtet diese gemeinsam mit seinem Vater.

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