Tagetes blühen für den Pflanzenschutz
Bild: Wieneke
In ein Farbenmeer verwandeln tausendfach blühende Tagetes dieses Feld in Langenberg.
Bild: Wieneke

Wer glaubt, dass sich die beiden Hellweg-Brüder außer dem Erdbeeranbau nun auch der Blumenzucht verschrieben haben, der liegt falsch: Die auch von der B 55 aus gut zu sehende Blütenpracht dient einzig und allein der biologischen Schädlingsbekämpfung und der Verbesserung der Bodenqualität. Vom Abpflücken der Blumen für das heimische Wohnzimmer wird übrigens abgeraten: Denn diese Tagetes auf dem Hellweg-Acker verbreiten einen unangenehmen Geruch, welcher der Pflanze auch den Namen „Totenblume“ oder auch die drastische Bezeichnung „Studentenfurz“ eingebracht hat.

Hellweg bewirtschaftet ein Erdbeerfeld nur zwei Jahre lang. Danach muss der Erdbeeranbau auf eine andere Fläche verlegt werden. In den nächsten fünf bis sechs Jahren werden auf dem „ausgedienten“ Feld diverse Getreidesorten und Mais angebaut. Erst dann können wieder Erdbeeren folgen. Doch auch diese Zeit ist eigentlich zu kurz. Denn bei der Kultivierung von Pflanzen tritt schnell eine Bodenmüdigkeit ein, verbunden mit einem Rückgang der Erträge. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass sich Schädlinge in dem intensiv genutzten Boden ausbreiten. Das sind insbesondere Nematoden. Diese kleinen Fadenwürmer dringen in das Wurzelwerk der Pflanzen ein und beeinträchtigen den Stoffwechsel.

Ob im häuslichen Gemüsebeet oder im landwirtschaftlich betriebenen Gemüseanbau: Tagetes ist ein bewährtes Mittel gegen die Fadenwürmerausbreitung. Die Tagetes-Wurzeln scheiden einen Stoff aus, der die Schädlinge anlockt. Dringen die Würmer in die Wurzeln der Blume ein, dann ändert diese ihre chemische Zusammensetzung und töten alle Nematoden ab. Bei Hellweg scheint die Premiere dieser biologischen Schädlingsbekämpfung gelungen zu sein. Durch eine sehr dichte Aussaat hat die Tagetes bisher ganze Arbeit geleistet. Nach der Blüte und wenn der Frost darüber hinweg gegangen ist, werden die Pflanzenreste im Frühjahr untergepflügt. Zurzeit aber ist das Blumenfeld auch zu einer Oase für Bienen und Wildbienen geworden

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