Thema Fracking stößt auf reges Interesse
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Wollen sich mit einer Unterschriftenliste gegen die Erdgasförderung mittels Fracking in Langenberg engagieren (v. l.) Marcel von Zons von der Langenberger Jugend, die mithalf bei der Organisation der Veranstaltung, Andrea Wachter, Dr. Thomas Wöhning und Silvio Braunholz.
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„Welchen Einfluss hat die Gemeinde auf die Vergabe von Probe- und Förderbohrungen?“ „In welchem Umkreis können Schäden für die Umwelt auftreten?“ Neugierde, vor allem aber Besorgnis verrieten die Fragen, die die zahlreich in die Mehrzweckhalle geströmten Bürgerinnen und Bürger zum Thema Fracking gestellt haben.

Aufklärung der Bevölkerung über Konsequenzen ist nicht vorgesehen

Dr. Thomas Wöhning hatte zusammen mit Andrea Wachter und Silvio Braunholz eingeladen, sich umfassend über die Risiken und Auswirkungen der Erdgasförderung nach dieser Methode zu informieren. Das Problem dabei liege vor allem im Risiko einer Verunreinigung durch undichte Förderrohre, die tief in den Boden reichten und dabei das Grundwasser kreuzten, erklärte Wöhning. Außerdem bestehe die Gefahr, dass das Frackwasser nach der Gasgewinnung durch Risse in den Gesteinsschichten an die Oberfläche gelange und sich Gifte im Boden anreicherten.

„Eine umfassende Aufklärung über den Vergabeprozess und das Förderverfahren ist in der aktuellen Gesetzeslage nicht zwingend vorgesehen. Auch wir als Lokalpolitiker sind eher zufällig auf die Lage der Gemeinde im potentiellen Fördergebiet ‚Falke‘ aufmerksam geworden“, sagte Dr. Thomas Wöhning. „Sie werden sicher mit einem Gefühl von Ratlosigkeit und Unverständnis nach Hause gehen“, wies er zu Beginn auf die Brisanz des Themas hin.

Film veranschaulicht komplexes Thema

Zum Einstieg gab es einen Dokumentationsfilm des ZDF aus dem Jahr 2011 zu sehen. Darin geht ein Reporterteam in Niedersachsen, wo das Fracking bereits abgewendet wird, auf Vertreter großer Energieversorger ebenso wie auf betroffene und aufgebrachte Anwohner zu und stellte die Frage: Ist das Risiko, welches Fracking für Mensch und Natur darstellt, zu beherrschen? Nur ungern scheinen sich demnach die Unternehmen in die Karten schauen zu lassen – vor allem in Bezug auf die Zusammensetzung der in die Gesteinsschichten zu pumpenden Chemikalienmischung. Zwar wiesen die Konzerne im Beitrag immer wieder auf die hohen technischen Sicherheitsstandards hin, räumten aber ein, dass ein Restrisiko jedoch nie ausgeschlossen werden könne.

 

Mehr zur Info-Veranstaltung lesen Sie in der Montagsausgabe des Rheda-Wiedenbrücker Lokalteils der „Glocke“.

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