Trefferquote liegt bei 100 Prozent
Mit einer Schere, die sie vor Jahren beim Weihnachtspreisausschreiben der „Glocke“ gewonnen haben, schneiden Hildegard und Josef Raue aus Langenberg die Glöckchen-Symbole der aktuellen Gewinnspielrunde aus. „Vielleicht bringt das ja Glück“, sagt die 70-jährige Rentnerin.

„Bisher haben wir es immer gefunden“, gibt sich Josef Raue zuversichtlich, auch in der noch bis Samstag laufenden aktuellen Gewinnspielrunde alle sechs Glöckchen aufzuspüren. Selbst besonders knifflige Verstecke können den 71-Jährigen nicht aus der Ruhe bringen: „Vor vielen Jahren hatte sich das Glöckchen in den letzten Satz des Fortsetzungsromans geschlichen, aber auch da haben wir es entdeckt.“ Zugegeben, damals habe er länger suchen müssen, „denn eigentlich vermutet man es eher in normalen Artikeln“.

Die Lösung ist nur einen Telefonanruf weit entfernt

Zum Gewinnspielauftakt am Montag blieb Josef Raue und seiner Frau Hildegard langes Suchen erspart. „Als ich den Sportteil aufschlug, ist mir das Glöckchen förmlich ins Auge gesprungen“, sagt Josef Raue. Dass das Ehepaar vom Rennefelder Weg eine hohe Trefferquote beim Aufspüren des Glöckchens hat, hat sich bei Freunden und Verwandten längst herumgesprochen. Wenn einer von ihnen das Symbol nicht finden kann, genügt in der Regel ein Telefonanruf bei Josef und Hildegard Raue.

„Eine Kreuzfahrt wäre was Feines“

In manchen Jahren haben die beiden Rentner auch zwei Lösungszettel per Post nach Oelde geschickt. Das ganz große Glück hatten die Raues bei der Gewinnerziehung Anfang Dezember zwar noch nie auf ihrer Seite, aber die Hoffnung auf einen Hauptpreis gibt das Paar, das seit fast 50 Jahren gemeinsam durchs Leben geht, nicht auf: „Eine Kreuzfahrt auf dem Mittelmeer wäre schon etwas Feines“, sagt Hildegard Raue (70), die es im Urlaub mit ihrem Mann regelmäßig in südliche Gefilde zieht.

Scheren-Set ist ausbaufähig

Zweimal war Fortuna den Raues beim Weihnachtspreisausschreiben der „Glocke“ schon hold: In beiden Fällen kam ein praktisches Scheren-Set per Post. „Das ist noch ausbaufähig“, sagt Josef Raue. „Aber auch, wenn wir leer ausgehen sollten: Spaß macht die Glöckchensuche jedesmal.“

Glöckchensuche als Frühsport

Die Glöckchensuche gehört für Josef und Hildegard Raue in dieser Woche zum geistigen Frühsport. „Meistens gehen wir noch vor dem Frühstück auf die Jagd“, sagen die beiden. Doch auch sonst halten sich die dreifachen Eltern und fünffachen Großeltern regelmäßig fit: Er turnt montagabends beim „Sport für jedermann“, sie zieht dienstags in der Kleinschwimmhalle ihre Bahnen. Denksport wie Kreuzwort- oder Gitterrätsel sind ebenfalls fester Bestandteil im Fitnessplan. „Man muss was machen, sonst wird man steif“, sagt Josef Raue.

Für andere da sein

Der 71-Jährige war bis 2001 Löschzugführer in Langenberg. Heute engagiert er sich ehrenamtlich als Trauerbegleiter in der Hospizgruppe Langenberg. „Freud und Leid liegen oft nah beieinander“, weiß der ehemalige Feuerwehrmann aus Erfahrung. „Deshalb ist es mir wichtig, für andere Menschen in Notsituationen da zu sein.“

Vor kurzem erhielt Josef Raue eine Urkunde vom Deutschen Roten Kreuz für 140 geleistete Blutspenden. „Das sind schon ein paar Milchkannen voll“, sagt der Rentner mit dem ihm eigenen Humor und lacht.

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