Trotz Down-Syndrom wunderbare Kinder

Gleichzeitig möchte die Familie die Themen „integrative Beschulung“ und „Integration von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft“ in den Blickpunkt einer breiten Öffentlichkeit stellen. „Steht zu Euren Kindern mit Down-Syndrom – es sind ganz wunderbare Kinder“, lautet die Botschaft von Susanne Witte, Mutter der siebenjährigen Valerie mit Down-Syndrom und Grundschullehrerin an der Langenberger Brinkmannschule.

Früh fördern

 Auch für sie und ihre Familie war die Diagnose „Down-Syndrom“ eine „ganz schreckliche Vorstellung“. Doch zu keinem Augenblick kam für sie eine Abtreibung in Frage: „Es ist erschreckend, dass bis zu 98 Prozent dieser Kinder abgetrieben werden“, sagt Susanne Witte schockiert und hält ihre Tochter Valerie fest im Arm. Die Mutter und Grundschul-Pädagogin macht allen betroffenen Eltern Mut: „Vieles ist bei entsprechender Frühförderung möglich.“ Keineswegs verschweigt sie, dass eine Familie mit einem Down-Syndrom-Kind selbst im Jahr 2011 stark sein und kämpfen muss. Ihr ist es gelungen, dass ihre Tochter Valerie mitten im Leben steht: Sie besucht nicht nur das integrativ geführte erste Schuljahr in der Brinkmannschule, sondern ist auch voll im Alltag integriert. Valerie kickt mit einer Jungen-Fußballmannschaft von Grün-Weiß Langenberg und lernt das Schwimmen in der DLRG. Susanne Witte hatte sich bereits als Studentin mit dem Thema „Menschen mit Behinderung“ beschäftigt. „Integration behinderter Kinder im Primarbereich“, lautet der Titel ihrer Examensarbeit.

Vieles ist möglich

Dabei hatte sie niemals daran gedacht, selber einmal Mutter eines Kindes mit Behinderung zu sein. Sie macht sich für alle Eltern von Kindern mit Down-Syndrom stark: Im Kreis Gütersloh tauschen sich betroffene Eltern aus. Gemeinsam machen sie sich stark im Kampf gegen Behörden und Krankenkassen. Gleichzeitig kämpft Witte in einem kreisweiten Arbeitskreis „Gemeinsamer Unterricht“ für eine Ausweitung der integrativen Beschulung behinderter Kinder in allen Bereichen ebenso wie um eine Integration im täglichen Leben. „Vieles ist bei entsprechender Förderung schulisch und beruflich möglich. Aber die heutige Gesellschaft muss auch akzeptieren, dass es normal ist, anders zu sein.“

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