U3-Zielquoten sind schon in Sichtweite
Bild: Nienaber
Die Auslastungsgrenzen der Langenberger Kindergärten sind fast erreicht. Auch für den Antoniuskindergarten gibt es nicht mehr viel Spielraum für zusätzliche Betreuungsplätze. 
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Im August startet der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für die Kinder zwischen einem und drei Jahren. „Das bedeutet aber nicht, dass jede Familie von diesem Rechtsanspruch Gebrauch macht“, erläuterte Ulrich Poggenklaß, der in der Gütersloher Kreisverwaltung für den Bereich Jugend, Familie und Sozialer Dienst zuständig ist, jüngst im Langenberger Jugendausschuss. Die Zahlen, die der Mitarbeiter der Kreisverwaltung mit im Gepäck hatte, untermauerten diese These. Im Kindergartenjahr 2013/2014 werden daher alle Kinder mit Betreuungsbedarf durch Kindergärten, Tagespflegestellen und Spielgruppen versorgt („Die Glocke“ berichtete). Für die einzelnen Kommunen seien vom Kreis Zielquoten berechnet worden, bei deren Planung unter anderem die Einwohnerzahl sowie das verfügbare Raumprogramm zugrunde gelegt wurden.

Freiwillige Selbstverpflichtung

Nach dieser freiwilligen Selbstverpflichtung müssten in der Gemeinde Langenberg für die aktuell 120 Ein- bis Dreijährigen 49 Betreuungsplätze allein in den Kindergärten bereitgehalten werden. Allerdings sind diese Zahlen derzeit nur Richtwerte, denn verpflichtend sind die selbstgesteckten Ziele erst ab dem Jahr 2020. In den vier Langenberger Kindertageseinrichtungen – St. Lambertus, St. Antonius, DRK und Awo – stehen laut Plan 42 U3-Plätze zur Verfügung. Mit den Trägern vereinbart werden konnten allerdings laut Ulrich Poggenklas nur 35 Plätze für die Kleinsten. Die Zahlen relativieren sich mit Blick auf die angefragten Bedarfe: Die Belegung der U3-Betreuungsplätze in den Kitas liegt mit rund 30 ab dem 1. August noch unter den Vereinbarungen. „Es ist also noch Luft nach oben“, sagte Poggenklaß. Ähnlich sieht es im Bereich der Tagespflege aus. Auch hier liegt die tatsächliche Nutzung des Angebots unter dem Wert der Zielquote. Statt angepeilten 21 Kindern in der Tagespflege, werden derzeit nur 18 Jungen und Mädchen unter drei Jahren außerhalb einer Kindertageseinrichtung betreut. Wie bei den vom Kreis selbst auferlegten Zielen im Bereich der Kitas greift die freiwillige Verpflichtung auch hier erst ab dem Jahr 2020. Aber: Da die Gemeinde bei der Tagespflege gut aufgestellt ist, wäre das Erreichen der Zielquote sogar schon jetzt kein Problem.

„Alles im grünen Bereich“

Von Entspannung auf ganzer Linie könne aber trotzdem nicht die Rede sein, betonte der Mitarbeiter der Kreisverwaltung in der Fachausschusssitzung. Denn mit den hoch angesetzten Vereinbarungen mit den Trägern der Kindertageseinrichtungen seien die Auslastungsquoten schon fast erreicht worden. Insbesondere der DRK-Kindergarten hat laut dem im Jugendausschuss vorgelegten Zahlenwerk von Ulrich Poggenklaß nur noch wenig Spielraum. Im Lambertuskindergarten wäre die Auslastungsquote sogar leicht überschritten worden, hätte man sich nicht weiter für vier statt für drei Gruppen entschieden. Und im Antoniuskindergarten in Benteler wird demnächst wohl ein Kind mehr betreut, als Plätze nach Vereinbarung zur Verfügung stehen. „Es ist aber noch alles im grünen Bereich“, erläuterte Poggenklaß. Für die weitere Planung der Betreuungssituation der Kinder im Vorschulalter sei die demografische Entwicklung und der wahrscheinlich für die U3-Kinder steigende Betreuungsbedarf zu berücksichtigen, erläuterte Kreisjugendamtsmitarbeiter Poggenklaß den Ausschussmitgliedern. „Daher muss der U3-Ausbau in Langenberg im einvernehmliche Zusammenwirken zwischen Trägern, Gemeinde und Kreisjugendamt fortgeführt werden“, betonte Poggenklaß.

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