Umweltschutz mit Nadel und Faden
Bild: Nienaber
Es rattert und rattert, wenn Margret Ewers (vorn) zusammen mit Elisabeth Gödecke, Annette Rosenthal und Mechthild Maier mit der Nähmaschine Leinenbahnen zu Brötchenbeuteln verarbeitet. Die Landfrauen betreiben kreativen Umweltschutz, wie sie sagen.  
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Nun will die Gruppe auch auf kreative Weise einen Beitrag zum Umwelt- sowie Klimaschutz leisten und ruft zum mitmachen auf. Es rattert und rattert, wenn Margret Ewers, Mechthild Maier, Elisabeth Gödecke und Annette Rosenthal Stoffbahn für Stoffbahn über ihre Nähmaschinen ziehen.

„Wir geben Plastik einen Korb“

Strapazierfähiges Leinen haben sich die Hobbyhandarbeiterinnen ausgesucht, aus denen sie praktische Haushaltshelfer herstellen möchten. „Sie sollen schließlich waschbar sein und einiges aushalten“, sagt Landfrau Ewers. Sie, das sind Brötchenbeutel und Brotsäcke, die Plastiktüten und beschichteten Papieralternativen den Rang ablaufen sollen. Die Idee, sich aktiv am derzeitig auflebenden Ökotrend zu beteiligen, kam den Langenberger Landfrauen, nachdem der Bundesverband dazu aufgerufen hatte, Ideen zu entwickeln, die unter dem Leitsatz „Wir geben Plastik einen Korb“ Platz finden könnten.

„Da lief man bei uns offene Türen ein“, sagt Elisabeth Gödecke. In vielerlei Hinsicht habe sie bereits nach dieser Devise gelebt. Margret Ewers stimmt ihr zu. Auch sie bremse beim Einkauf oftmals Mitarbeiter der Geschäfte aus, die Waren aus Gewohnheit in Folie oder Einwegtüten für den Transport mitnahmebereit machen wollen. Von daher brauchte es nicht viel, um das Projekt „Ran an das Leinen“ hierzulande in den Stiel zu stoßen. Sie habe den Eindruck, dass Nähen und Handarbeit im Allgemeinen eine Renaissance erfahren, sagt Margret Ewers.

Alltagshelfer selbst gemacht

Selbst habe sie in der jüngeren Vergangenheit nur selten die Maschine mit der schnellen Nadel aus dem Schrank geholt. „Für eine gerade Naht sollte es aber noch reichen“, sagt sie und lacht. Was sie damit meint? Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Alltagshelfer herzustellen, sollte sich nicht von fehlender Routine abschrecken lassen. Nähen sei ideal dafür, in der Gruppe ein paar gesellige Stunden zu verbringen, aus denen im besten Fall Nützliches und Nachhaltiges hervorgebracht werden.

Einigen Brötchentüten und Brotbeuteln hat die Gruppe von Landfrauen bereits sprichwörtlich zur Geburt verholfen. Echte Unikate seien es, die sie und ihre Familien demnächst stets zum Einkauf in der Tasche haben wollen. Natürlich gebe es bereits bei Bäckereien und in Supermärkten Jutetaschen als plastikfreie Alternative zur herkömmlichen Tüte. Die selbst hergestellten Schmuckstücke aus Leinen ließen sich aber nach den eigenen Wünschen bedrucken, besticken oder bekleben.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Der Kreativität seien keine Grenzen gesetzt, betont Mechthild Maier, die ihrem jüngsten Exemplar mit verschiedenfarbigen Stoffresten einen Schriftzug verpasst hat. „Hat man etwas mit Herzblut geschaffen, nimmt man das ganz anders wahr als etwas, das man für wenige Cent und auf die Schnelle gekauft hat“, sagt sie. Ob das Engagement in Sachen Umwelt- und Klimaschutz mit der „Wir geben Plastik einen Korb“-Kampagne beendet ist? „Keineswegs“, betonen Maier, Ewers, Gödecke und Rosenthal stellvertretend für alle Langenberger Landfrauen.

Es bestehe noch reichlich Potenzial, sich in den eigenen vier Wänden für Nachhaltigkeit einzusetzen. Man müsse sich nur einmal genauer Gedanken darüber machen und gegebenenfalls auch ein paar liebgewonnene Gewohnheiten über Bord werfen.

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