Verurteilung: Anrufer betrügt Ehepaar
Bild: dpa
Das Amtsgericht Gütersloh hat einen 43-Jährigen wegen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.
Bild: dpa

Als bei den Eheleuten am 16. Februar 2016 das Telefon klingelte, ahnten sie nicht, dass am anderen Ende der Leitung Betrüger am Hörer hingen. Diese hatten sich vorgenommen, an eine beträchtliche Summe Bargeld zu gelangen.

Unfall vorgetäuscht

Ihr Sohn habe einen Verkehrsunfall verursacht, hieß es im bestimmten Ton. Dann ließ der Anrufer den Vater, der das Gespräch entgegennahm, mit einem anderen Mann sprechen, der sich als Sohn des Langenbergers ausgab. Mit schluchzender Stimme berichtete dieser davon, dass er 12.000 Euro benötige, um die Angelegenheit zu klären.

Getäuscht von der Situation, willigte der Vater ein, zumindest 6.000 Euro, die er in der Kürze der Zeit auftreiben könne, zur Verfügung zu stellen. Der Bruder des Geschädigten werde das Geld abholen, erläutere der noch immer schluchzende vermeintliche Sohn. Wenig später tauchte der angeklagte Litauer bei den Eheleuten auf, ließ sich die Summe aushändigen und verschwand auf Nimmerwiedersehen.

Fingerabdrücke überführen 43-Jährigen

Mit dem Schockanruf in Verbindung gebracht werden konnte der 43-Jährige, weil er auf einem zurückgelassenen Schreiben, das als Quittung für die vermeintliche Forderung des Geschädigten dienen sollte, Fingerabdrücke hinterlassen hatte. Weil er 2017 für einen weiteren Betrug mittels Trickanrufs, für den er eine Haftstrafe von anderthalb Jahren verbüßte, bereits erkennungsdienstlich erfasst worden war, kamen ihm die Ermittler auf die Schliche.

Daraufhin wurde Haftbefehl erlassen. Der Angeklagte, der sich zu diesem Zeitpunkt wieder in seinem Heimatland aufhielt, stellte sich den litauischen Behörden freiwillig, was ihm der verhandelnde Richter nun strafmildernd anrechnete.

SOCIAL BOOKMARKS