Virtuelle Welten, Apps und E-Roller
Bild: Daub
Während der Veranstaltung „Digital.bewegt“ in der Langenberger Konrad-Zuse-Schule konnten die Besucher mittels Spezialbrillen in virtuelle Welten eintauchen. Das Bild zeigt (v. l.) Sascha Varenholt, Timo Oertel, Werksstudent David Severing, Emma und deren Vater Christian Götze. Das Konzept der Aktion haben Studierende der Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld entwickelt.
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Ihr Tenor: Mikromobilität sei die fortschrittlichste Art der Fortbewegung. Nicht nur Hausmeister Josef Huster leuchtete dies ein. Der 57-Jährige fuhr erstmals los, und meisterte, ohne zu wackeln, drei Runden auf dem Parcours des Pausenhofs. Er zeigte sich danach Roller-begeistert.

Durch den Abschluss von Partnerschaftsverträgen, wie sie zwischen dem Unternehmen „Tier“, nächster Standort für dessen E-Scooter ist Bielefeld, und interessierten Kommunen ausgehandelt werden, könnte Hausmeister Huster in den Genuss eines E-Scooters kommen. „Das wäre schön, denn ich habe täglich lange Strecken zurückzulegen“, erklärte er. „Bei 20 Kilometern pro Stunde würde ich jedoch grundsätzlich einen Helm tragen“, fügte er hinzu.

Auch Langenbergs Bürgermeisterin Susanne Mittag („Ich bin auf so etwas schon durch Paris gejuckelt“) und die für den Fachbereich Schule, Kultur, Sport zuständige Mitarbeiterin Lena Leweling fuhren entspannt einige Hofrunden und waren sich einig: „Einige E-Scooter könnten wir in Langenberg gut gebrauchen. Wir müssen nur noch Sponsoren dafür ausfindig machen.“

Timo Oertel und Sascha Varenholt aus Rheda-Wiedenbrück stellten sich in Motorradkluft ein. Sie klemmten ihre Schutzhelme unter den Arm und tauchten ab in die virtuelle Realität mittels VR-Brillen. Damit genossen sie die angebotenen so genannten 360-Grad-Videos, die es dem Betrachter ermöglichen, direkt und damit interaktiv in der digitalen Welt „Fuß zu fassen“. Timo Oertel schnaufte, denn er befand sich gerade im Wägelchen, das auf dem Gipfel einer Achterbahn stoppte, um sich gleich in die Tiefe zu stürzen. Angenehmere Gefühle entwickelte die kleine Emma aus Langenberg, die mit Vater Christian Götze die Unterwasserwelt der Fische in einem Riesenaquarium bewunderte. Und nach dem Absetzen der Virtual-Reality-Brille zufrieden feststellte: „Ich bin ja trocken geblieben.“

Wie Digitalisierung sonst noch den Alltag praktisch verbessern kann oder auch fantastischer macht, wie und warum eine inzwischen scheinbar unersetzliche Anwendungssoftware namens Application (Kurzform: App) zum ständigen Lebensbegleiter geraten kann – dies konnten neugierige Besucher zwischen 13 und 17 Uhr erfahren und die Angebotsvielfalt vor Ort „ungebremst“ in Augenschein nehmen.

An insgesamt sechs Stationen wurden Apps zu den Themen Mobilität, Kommunikation, Rund ums Smartphone, Gesundheit und Nachhaltigkeit, Haushalt und Organisation sowie Sport und Unterhaltung vorgestellt. An Tablets konnten die Besucher gleich selbst testen, wie unterhaltsam oder nützlich sie die Anwendung finden, und ihre Fragen an den Mann bringen: Junge Vertreter der Fachhochschule Bielefeld zeigten Geduld und bewiesen ihre Kompetenz.

Die Spanne reichte dabei von bekannten Kommunikations-Anwendungen wie etwa Whatsapp über die Online-Einkaufsliste „Bring“ und die App der Deutschen Bahn bis hin zu persönlichem Fitnesstraining. „Eigentlich weißt du nur 20 Prozent vom Ganzen“, schilderte ein Vater den Kommentar seines minderjährigen Sohns bezüglich seiner eigenen digitalen Unerfahrenheit. Am Stand „Haushalt und Organisation“ standen zwei Stundenten und ein Schüler – Eric Bull, Gymnasiast aus Gütersloh – zur Verfügung. Der Abiturient: „Jeder kann bis ins hoher Alter lernen, wie sich der Alltag digital nutzen lässt.“

Dass auch das Schulleben von der digitalen Welt profitiert, weil es inzwischen mittels Tablet und Co. interaktiv in den Klassenzimmern viel aufregender als zuvor zugeht, dies wurde in Gesprächen von Besuchern deutlich. Wie soll die Medienausstattung in Lehranstalten weitergehen? Bürgermeisterin Susanne Mittag sagte dazu: „Zur Kompetenz gehören im Schulbereich nicht nur Nutzung, sondern auch kritisches Hinterfragen. Die digitalen Medien sind eine Bereicherung auch des Schulalltags geworden.“

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