Vorlesepaten wecken Freude am Lesen
Bild: Hövelmann
Seit den Sommermonaten sind die Vorlesepaten Anna-Lena Loddeweg und Oswald Honold regelmäßig zu Besuch in der katholischen Kindertagesstätte St. Lambertus Langenberg. Beim Zuhören von Geschichten wird bei Kindern nicht zuletzt die Kreativität gefördert. Das Bild zeigt (v. l.) Tim, Leni, Calle, Anna-Lena Loddeweg, Janne und Oswald Honold mit Enkel Hannes sowie Jaime.
Bild: Hövelmann

Nur Hannes nicht. Der Vierjährige hat nach kürzester Zeit den Schoß seines Opas Oswald erobert. Neugierig blickt er auf die farbenfrohen Bilder im Buch. Dort kann er zusammen mit den anderen beobachten, wie aus der kleinen Raupe Nimmersatt ein prächtiger Schmetterling wird. Die Jungen und Mädchen hören zu, stellen Fragen und lachen – und ganz nebenbei wird bei ihnen die Freude am Lesen geweckt. „Das ist zumindest unser Ziel“, sagt Katja Kortemme, Leiterin der Einrichtung. „Unsere Kinder schätzen diese Momente unheimlich. Selbstverständlich lesen auch wir Erzieherinnen ihnen regelmäßig vor, aber der Besuch unserer Paten ist nochmal etwas ganz Besonderes.“

Nachwuchs bestimmt Geschichte

Gerade in der Weihnachtszeit würden es die Jüngsten genießen, in gemütlicher Atmosphäre einer Geschichte zu horchen – „egal ob im Kindergarten, zu Hause oder bei den Großeltern“, stellt sie heraus. Schon vor einigen Jahren sei die Vorleseaktion in der Kita erstmals ins Leben gerufen worden. Nach längerer Pause wurde sie vor den Sommerferien nun wiederbelebt. Einmal im Monat statten Honold und Loddeweg dem Nachwuchs einen Besuch ab – getrennt voneinander, der eine vor- die andere nachmittags. Mit bringen sie viel Zeit für die Kinder. „Die Länge unseres Besuchs hängt nicht zuletzt davon ab, wie lange ihre Geduld währt“, sagt Honold und schmunzelt.

Was es zu hören gibt, obliegt ganz dem Nachwuchs. Und da ist die Auswahl groß. „Das Vorlesen verleiht der Fantasie Flügel“, hebt Leiterin Katja Kortemme hervor. Es fördere nicht nur die Konzentrationsfähigkeit, sondern auch das abstrakte Denken sowie die Kreativität – anders als zum Beispiel fernsehen. Dort seien die Bilder vorgegeben. Darüber hinaus lerne der Nachwuchs, sich in seine Mitmenschen hineinzuversetzen. „Nicht zuletzt bildet es einen wichtigen Beitrag zur Sprachentwicklung“, betont sie. Durch das Erzählen lernten die Jungen und Mädchen zahlreiche neue Wörter sowie Ausdrücke und erweiterten auf diesem Weg ihren Wortschatz.

„Ehrenamt ist nicht mehr selbstverständlich“

„Ehrenamt ist in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich“, sagt die Leiterin der katholischen Kindertagesstätte St. Lambertus, Katja Kortemme. Deshalb sei sie für das Engagement der Vorlesepaten umso dankbarer. „Für mich ist es ein Vergnügen, mit Kindern zusammen sein zu können“, betont Oswald Honold. Auch wenn die Vorlesestunden hin und wieder durchaus zur Herausforderung würden. „Zuhause habe ich maximal zwei Enkel, die ich bei Laune halten muss. Hier sind es bis zu acht Jungen und Mädchen.“ Aber dieser Aufgabe stelle er sich gern.

Ebenso geht es Anna-Lena Loddeweg. Zwei Praktika hat die 19-jährige Schülerin im Langenberger Kindergarten bereits absolviert. Nach ihrem Abitur möchte sie im Rettungsdienst arbeiten. „Der Umgang mit Menschen macht mir Spaß“, hebt sie hervor. Und so steht für sie ebenso wie für Honold fest: „Wir werden herkommen, solange es eben geht.“

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