„Wege durch das Land“ zum Gut Geissel
Bild: D. Pieper
Hausherrin Anne Geissel (l.), Bernd Strüve (Marketing-Leiter Firma Cor Sitzmöbel) und Barbara Labs-Ehlert, künstlerische Leiterin des Literatur- und Musikfestivals.
Bild: D. Pieper

Der schmucke Schultenhof im gelben Fachwerkgewand empfiehlt sich weit über Langenbergs Grenzen hinaus am 28. und 29. Mai zum dritten Mal als Forum für das hochkarätig und international besetzte Literatur- und Musikfestival „Wege durch das Land“. Erstmals zu einer Lesung in Deutschland überhaupt wird der französische Kulturautor Pierre Michon erwartet. Der 66-Jährige liest aus seinem Roman „Vies minuscules (Leben der kleinen Toten), für den er 1984 mit dem Prix France Culture ausgezeichnet wurde.

Französische Ansicht

In seinen Erzählungen nähert sich Michon den Menschen über ein Erinnerungsstück. En detail blättert er das Leben der kleinen Leute auf und entwirft so das Bild einer ganzen Gesellschaftsschicht. Nicht von ungefähr gilt er in Frankreich als wichtigster Schriftsteller der Gegenwart überhaupt. Dass Labs-Ehlert ihn für einen Besuch auf Gut Geiss

„Wir fördern diese Veranstaltung, weil sie in ihrem hohen Niveau auch zu unseren Ansprüchen passt und wir lieber solch ein Art von Kultursponsoring machen als Geld für einen Werbespot auszugeben.“

Berthold Strüve, Marketingleiter der Firma Cor Sitzmöbel GmbH

el gewinnen konnte, liegt einerseits am Rennommee, das ihr Festival im Laufe der Jahre gewonnen hat, andererseits aber auch an der Geschichte des Hofs: Von Knüppeldamm kommend, zeigt Gut Geissel sich von seiner 300 Jahre alten westfälisch-bäuerlichen Seite. Vom Fahrweg entlang der Felder und Äcker präsentiert es seine „französische Ansicht“. Denn im Königreich Westphalen von Jerome Bonaparte wurde Bürgermeister Maximilian Geissel französischer Maire und der Schultenhof erhielt einen repräsentativen Ausbau zum Herrenhaus (manoir) – was Michon außerordentlich gefällt.

Ländlich-leichte Satire

Der sanften Melancholie Michons wird im Mai ganz bewusst Gustave Flauberts satirische Leichtigkeit entgegengesetzt: Der Schauspieler Felix von Manteuffel liest aus des Schriftstellers 1881 unvollendet erschienenem Roman „Bouvard und Pècuchet“. Es ist die Geschichte eines Kopisten-Paars, dass den Pariser Turbulenzen mit einer Flucht aufs Land zu entgehen versucht. Doch egal, ob es sich dort dem Garten, der Alchemie oder der Heilkunst widmen – in ihrem praktischen Unvermögen ist es zum Scheitern verurteilt. Von Manteuffel verspricht kurzweilige Unterhaltung.

Trio Ernest Chausson

Für die Musik sorgt das noch junge, aber bereits mehrfach ausgezeichnete „Trio Ernest Chausson“. Pianist Boris de Larochelambert, Cellist Antoine Landowski und Violinist Philippe Talex agieren auf Weltniveau und haben schon in allen großen Konzertsälen Europas sowie in der New Yorker Carnegie Hall gespielt. Im Gepäck haben sie Werke ihres Namen gebenden Komponisten und Chopins Trio op. 8 in g-Moll.

Karten gibt es nur im Literaturbüro Detmold, Telefon 05231/982545.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Wiedenbrücker Glocke-Ausgabe vom 1. April.

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