Wenn Empörung auf Empörung stößt
Bild: Nienaber
Von der Ferkelaufzuchtstation haben sich die eingeladenen Ratsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter im Rahmen des Hofsgesprächs beim Familienbetrieb Große-Wietfeld ein genaues Bild machen können.
Bild: Nienaber

Um es zumindest ein Stück weit wieder gerade zu rücken, lädt der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband mit seinen Ortsverbänden neuerdings zu Hofgesprächen ein. So geschehen nun in Benteler.

Moderne Landwirtschaft wird präsentiert

Bernd Nuphaus, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Langenberg/Benteler hat einen Wunsch. Mit den Landwirten, statt über sie zu reden, das müsse Ziel der Gesellschaft und der Verantwortlichen von Bund und Land sein. „Politik, Handel und Interessenverbände tragen immer stärker ihre Erwartungen, Forderungen und Wünsche an die Landwirtschaft heran. Dabei findet die öffentliche Diskussion um unsere Kernkompetenzen wie Tierhaltung und Ernährung, Natur und Umwelt leider oftmals ohne uns statt“, sagte Nuphaus. Dies habe zur Folge, dass Entscheidungen getroffen werden, „die mit Fachwissen niemals so getroffen würden“. Bei den Hofgesprächen wie jetzt auf dem Benteleraner Schweinemastbetrieb Große-Wietfeld sollen vor allem moderne Landwirtschaften präsentiert, Laien und Interessenten aufgeklärt und komplexe Zusammenhänge erläutert werden.

Dialog mit Bürgern ist Ziel

„Wir Landwirte haben den Eindruck, dass eine wachsende Zahl von Menschen unsere Arbeit nicht mehr versteht oder uns sogar misstraut. Oft treffen dabei Ängste und Empörung von Kritikern auf Ängste und Empörung von Landwirten“, erläuterte Nuphaus im Rahmen des ersten Hofsgesprächs des Ortsverbands, zu dem der Gemeinderat sowie die Führungsriege der Langenberger Verwaltung eingeladen waren. Wo wechselseitiges Missverstehen und Misstrauen herrsche, sei ein vertrauensvolles Miteinander unmöglich, betonte der Vorsitzende. In der Verantwortung, dieses zu ändern, stünden nun sowohl die Landwirte als auch die Verbraucher und die Verantwortlichen der Politik. Ziel müsse es sein, im Dialog mit den Bürgern eine Landwirtschaft zu entwickeln, die sowohl wirtschaftlich leistungsfähig als auch ökologisch verträglich ist. Ein erster Ansatz dafür seien die nun gestarteten Hofbesuche. Gruppen und Vereine, die sich für ein Hofgespräch mit dem Landwirtschaftlichen Ortsverband interessieren, können sich mit Bernd Nuphaus, w 05248/822800, oder Hubert Große-Wietfeld, w 05248/609310, in Verbindung setzen.

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