Wenn es in der Familie nicht rund läuft
Bild: Werneke
Gut gelaunt erläuterten diese drei Frauen in der Spielecke des Rathauses ein ernstes Thema: (v. l.) Marlies Sommerkamp,   Bürgermeisterin Susanne Mittag und Barbara Grube.
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Für Ende November ist das nächste Treffen der Kooperationspartner geplant, die sich im Februar vertraglich auf verbindliche Regeln geeinigt hatten. Ihr Ziel: So früh wie möglich Probleme in Familien wahrnehmen und ihnen passende Unterstützung anbieten, um Schlimmeres zu verhindern.

Entwicklung

Um dies umzusetzen, sollten bereits bestehende Einrichtungen und Anbieter, die mit Kindern zu tun haben, miteinander verknüpft werden. Maßgeblich am Aufbau dieses Netzwerks mitgewirkt hat Barbara Grube, Strukturarbeiterin für die Gemeinde Langenberg, beim Kreis Gütersloh. Als Kooperationspartner ziehen die Hebamme, ebenso wie die Kindergärten, Schulen, Gemeindeverwaltung und das Jugendamt an einem Strang. „Es ist einfacher, mal anzurufen, wenn man in einer Runde zusammengesessen hat“, erklärt Bürgermeisterin Susanne Mittag, dass das Intensivieren des Kennenlernens im Rahmen des Projekts die Arbeit erleichtert. So vielfältig wie die Phasen und Entwicklungen im Leben einer Familie sind die möglichen Frage und Probleme. Das Projekt „Frühe Hilfen“ soll ein Netzwerk bieten, in dem die Mutter mit der Frage „Verhält mein Kind sich normal?“ ebenso aufgefangen wird, wie die Familie in einer Trennungsphase, das verhaltensauffällige oder gefährdete Kind. „Eltern sind durchaus dankbar für Hinweise“, sagt Marlies Sommerkamp, Leiterin der Regionalstelle Ost der Abteilung Jugend, Familie und Sozialer Dienst des Kreises Gütersloh.

Hinweisen nachgehen

Dankbar können nun auch die verschiedenen Kooperationspartner zum Handbuch „Frühe Hilfen für Familien in Langenberg“ greifen. Ganz konkret ist dort nachzuschlagen, wer in Langenberg und Umgebung der richtige Ansprechpartner ist, wenn zum Beispiel Hinweise auf Erziehungsprobleme, Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen erkannt werden. Vom Anbieter des Pekip-Kurses über die Schwangerschaftsberatungsstelle bis hin zum passenden Profi in Fragen Erziehungsberatung, sind sie mit Kontaktdaten und ihrem Leistungsangebot übersichtlich aufgeführt.

Ampelfarben warnen

Damit die Reaktionskette „Wahrnehmen – Warnen – Handeln“ wie gewünscht funktioniert, wurde eine Indikatorenliste erarbeitet, die dabei hilft einzuschätzen, wann sich eine Entwicklung im grünen „Normalbereich“ bewegt, die Ampel „Gelb“ (latente Krise) zeigt oder womöglich schon auf Rot (Alarmzustand, akute Krise) steht. „Für uns sind Familien ganz wichtig“, betont Bürgermeisterin Susanne Mittag und „Frühe Hilden“ sei ein Projekt, über dass dieser Anspruch gelebt werde. „Das Netzwerk muss regelmäßig aktualisiert werden“, sagt Barbara Grube. Regelmäßige Treffen der Kooperationspartner sollen dafür sorgen, dass die frühe Vorbeugungsarbeit für Familien aktuell und effektiv bleibt.

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