Wohnen nur unter Schutzmaßnahmen
Bild: Nienaber
Zu laut für ein reines Wohngebiet ist es am Friedhofsweg. Daher sollen im Bebauungsplan passive Schallschutzmaßnahmen verankert werden. Ohrenschützer, wie sie auf dem Bild zu sehen sind, werden sich aber wohl eher nicht in dem Plan wiederfinden.  
Bild: Nienaber

Eine in Auftrag gegebene schalltechnische Untersuchung ergab Ernüchterndes. Die Pläne der Arealentwicklung in unmittelbarer Nachbarschaft zum „Alten Friedhof“ stehen fest: Dort, wo derzeit noch eine nicht mehr betriebene Geflügelfarm steht, soll künftig zentrumsnah gewohnt werden. Allerdings liegt die angedachte Wohnbaufläche in direkter Nachbarschaft zu einem Gewerbebetrieb – und dort kann es mitunter lauter werden, als einem gemeinhin lieb ist. „Eine mischgebietstypische Vorbelastung“ – so nennt es der TÜV-Nord, der im Rahmen der Bauleitplanung eine schalltechnische Untersuchung durchgeführt hat.

Weil die Gemeinde aber nicht plant, an dieser zentralen Stelle ein Mischgebiet auszuweisen und Gewerbe anzusiedeln, steht sie nun vor einem Problem. Drei mögliche Lösungen dafür hatte Planer Jens-Peter Huesmann in der jüngsten Bauausschusssitzung im Gepäck. Zum einen nannte Huesmann die Möglichkeit einer starken räumlichen Trennung von Wohnen und Arbeiten, die aufgrund der Überschaubarkeit des Gebiets nicht zur Diskussion stünde. Aktiver Schallschutz, etwa durch eine Schutzwand, sei eine Prüfung wert, solle laut dem Planer allerdings eine untergeordnete Rolle spielen. Vorrangige Lösungsvariante müsse der sogenannte passive Schallschutz sein.

Wie der Namen vermuten lässt, wird die Gemeinde dabei nicht aktiv gegen eine Lärmverbreitung tätig, sondern verankert passive Schutzmaßnahmen im Bebauungsplan. So könnten etwa Bauherren verpflichtet werden, speziell isolierte Fenster einzubauen oder ihr Eigenheim so einzuteilen, das Schlaf- und Aufenthaltsräume nur zur lärmabgewandten Seite liegen. „Wenn wir dieses Gebiet entwickeln wollen, geht es nur mit einem eingeschränkten Bebauungsplan“, schlussfolgerte Bürgermeisterin Susanne Mittag und bekam dafür Zustimmung von den Ausschussmitgliedern. Dementsprechend soll auch das Planverfahren weiter laufen – wenn auch unter anderen Vorzeichen.

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