Wohnmobilstellplätze auf der Kippe
Bild: Nienaber
Aufwendig würde sich der Rückbau der Gleise am Kulturgüterbahnhof gestalten, um dort zwei Wohnmobilstellplätze errichten zu können. Das Projekt müsse daher neu bewertet werden, fordern Mitglieder des Langenberger Gemeinderats.
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Der Ratsbeschluss, zwei Flächen für Camper herzurichten, könnte gekippt werden. Mehr als zwei Jahre ist es nun her, dass Freidemokrat Friese eine Lanze brach für Wohnmobilreisende, die zum Auftanken oder Kurzurlauben in der Gemeinde einen Halt einlegen wollen. Geeignete Stellflächen müssten her, am besten Areale, die mit Ver- und Entsorgungseinrichtungen ausgestattet sind, forderte er seinerzeit.

Bahnhof müsste hergerichtet werden

Harte Überzeugungsarbeit hatte der FDP-Ratsherr in diversen Ausschusssitzungen zu leisten, die letztlich in dem Beschluss mündeten, nahe des Kulturgüterbahnhofs entsprechende Parkplätze zu bauen – jedoch ohne die von Campern benötigte technische Infrastruktur für Frisch- und Brauchwasser sowie Strom. Obwohl es sich ausstattungstechnisch um eine Schmalspurvariante handeln soll, war damals bereits absehbar, dass die Kosten für das Projekt nicht unerheblich ausfallen würden. Der Standort nördlich des alten Bahnhofs müsste aufwendig hergerichtet werden, schließlich ist dort das eine oder andere Gleisbett verlegt, welches zurückgebaut werden müsste.

Im Rahmen der Haushaltsdebatte hatte Friese sein Herzensthema erneut auf die Tagesordnung gebracht. Zum einen wollte er erreichen, dass im Haushalt für die Maßnahme eine eigene Kostenstelle ausgewiesen wird. „Das wäre eine Formalie, damit die Stellplätze nicht vergessen werden“, erläuterte der Freidemokrat. Zum anderen beantragte er, die beschlossene Anlage mit einer kombinierten Ladestation für Wohnmobile und Elektrofahrzeuge auszustatten. Mit dem Argumentations-Boomerang, der ihn daraufhin traf, hatte Friese indes nicht gerechnet.

Konkrete Kostenschätzung liegt auf dem Tisch

Zwar habe der Rat durch den Bauausschuss im März vergangenen Jahres grünes Licht für die Maßnahme gegeben, ohne konkrete Summen zur Freigabe benannt zu haben. Die Angelegenheit müsse aber neu bewertet werden, da mittlerweile eine konkrete Kostenschätzung auf dem Tisch liege, waren sich die im Kommunalparlament vertretenen Parteien einig. Diese hat es nämlich in sich: Voraussichtlich mit 45 000 Euro schlägt der Bau zweier Wohnmobilstellplätze zu Buche. Kostentreiber ist vor allem die Beseitigung der vorhandenen Schienen.

Skepsis bei Bürgervertretern

Für einen rein zweckmäßigen Bau sei die prognostizierte Summe viel zu hoch, kritisierte Dr. Thomas Wöhning (UWG) im Rahmen der Haushaltsdebatte. Einer weiteren Investition in Technik steht er wie die Mehrheit der weiteren Bürgervertreter skeptisch gegenüber. „Eine Ladesäule oder Ähnliches würde die Attraktivität Langenbergs nicht steigern“, sagte Wöhning. Edgar Klose, Sprecher der Bündnisgrünen, riet dazu, die Anzahl der zu erwartenden Wohnmobilreisenden mit den voraussichtlichen Kosten in Relation zu setzen. Mit der nun vorliegenden Schätzung müsse sich die Politik daher erneut mit dem Thema befassen.

Erneute Abstimmung nicht ausgeschlossen

„Beschlossen ist beschlossen“, griff Ratsherr Friese in der Diskussion nach dem Strohhalm, der ihn und „sein“ Projekt retten sollte. Fachbereichsleiter Peter Schaumburg holte ihn jedoch auf den Boden der Tatsachen zurück. Ein Beschluss, den ein Ausschuss des Rats gefasst habe, könne auf Antrag einer Fraktion erneut zur Abstimmung gelangen und bei einer Mehrheit wieder einkassiert werden, erläuterte Schaumburg. Dass dies in einer der nächsten Sitzungen des zuständigen Gremiums passieren wird, ist nicht ganz unwahrscheinlich.

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