Wohnquartier nimmt Konturen an
Bild: Nienaber
Die Schmutzwasserableitung ist über den Kanal an der Mühlenstraße geplant.
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Die wesentlichen Voraussetzungen, damit der Bebauungsplan für das neue Wohnquartier im Herzen der Gemeinde Langenberg in die Offenlegung gehen kann, wurden jetzt von den Planern vorgestellt. Insbesondere bei der Entwässerung hätten sich im Rahmen der Detailplanungen Neuerungen ergeben, erläuterte Bernd Helfmeier vom Oelder Planungsbüro Greiwe und Helfmeier den Mitgliedern des Bauausschusses am Dienstagabend. Anders als in ersten Überlegungen favorisiert, wird die Schmutzwasserableitung voraussichtlich nicht über den Kanal der Hauptstraße erfolgen, sondern über das Netz an der Mühlenstraße. Dies sei der Topografie des Gebiets geschuldet.

Naturnahes Regenrückhaltebecken

Zwar sei der Kanal an der Mühlenstraße in Spitzenzeiten schon jetzt zu mehr als 80 Prozent ausgelastet, „aber das zusätzliche Schmutzwasser aus dem neuen Baugebiet kann er vertragen“. Wesentlicher Bestandteil der Entwässerungsplanung ist laut Helfmeier der Bau eines 1150 Kubikmeter fassenden, naturnah gestalteten Regenrückhaltebeckens im Norden des Baugebiets „Haselkamps Wiese“. Das Becken könne außer dem eigentliche Zweck auch der Kompensation im Rahmen des landschaftspflegerischen Begleitplans dienen, wie Marlies Elbertz vom Büro NZO aus Bielefeld erläuterte. Im Rahmen dieser Arbeiten werden die Eingriffe in die Natur, die sich aus der möglichen Bebauung im Plangebiet ergeben, ermittelt und daraus resultierend durchzuführende Kompensationsmaßnahmen hergeleitet. Das Gebiet zwischen geplantem Wohnquartier und Forthbach biete sich für diese Ausgleichsmaßnahmen an, sagte Marlies Elbertz den Ausschussmitgliedern. Hier könnten außer dem Regenrückhaltebecken eine Weidelandschaft sowie eine so genannte Sekundäraue im Bereich des Bachlaufs entstehen. „Mit diesen Maßnahmen kämen wir bei der Bilanzierung auf plus minus null“, so die Landschaftsplanerin. Mit 200 000 Euro würde die Umsetzung des landschaftspflegerischen Begleitplans zu Buch schlagen, das Regenrückhaltebecken nicht mit inbegriffen.

Offenlegung nächster Schritt

Sobald der abgestimmte landschaftspflegerische Begleitplan vorliegt, erfolgt die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans 222 „Haselkamps Wiese“. „Das ist dann der letzte Schritt vor dem Beschluss“, sagt Dirk Vogt, Fachbereichsleiter Bauen und Finanzen im Langenberger Rathaus. Dann gehe es daran, die Ausschreibungen für die Erschließung schubladenfertig zu machen. Die Erschließung des 50 000 Quadratmeter großen Plangebiets soll in drei Bauabschnitten erfolgen, wie Bürgermeisterin Susanne Mittag im Gespräch mit der „Glocke“ erläutert. Dabei sollen die Abschnitte I (rund um die Hoflage Haselkamp) und II (im weiteren Verlauf nach Norden mit Schwenk Richtung Mühlenstraße) zeitgleich erschlossen werden. Bauabschnitt III (nördlich des Elli-Markts) soll nach Bedarf später folgen. Die zulässige Bebauung soll je nach Bauabschnitt unterschiedlich ausfallen. Während im ersten Teilgebiet eine dreigeschossige Bebauung erfolgen kann (Susanne Mittag: „Stichwort seniorengerechtes Wohnen.“), liegt der Fokus im zweiten Teilgebiet auf Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und kleineren Wohneinheiten mit maximal zwei Vollgeschossen. „So kann die Gemeinde von Beginn an alles vorhalten“, betont Langenbergs erste Bürgerin.

„Vermarktung so schnell wie möglich“

Der Grunderwerb für das künftige Wohngebiet auf dem langen Berg steht laut Bürgermeisterin Susanne Mittag „kurz vor Vertragsabschluss“. In die Vermarktung der noch einzuteilenden Parzellen möchte die Gemeinde laut Susanne Mittag so schnell wie möglich einsteigen. Einen genauen Termin könne sie aber noch nicht nennen. Dafür seien die noch zu erledigenden Formalitäten zu komplex. Zu welchem Preis die Grundstücke später verkauft werden sollen, muss ebenfalls noch geklärt werden. „Wenn alles geregelt ist, und wir die Kalkulation der Erschließung vorliegen haben, wissen wir, auf welche Marke sich der Preis zubewegt“, erläutert die Verwaltungschefin.

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