Wohnzimmerkonzert mit „August Wells“
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In den Genuss der Musik von „August Wells“ durften nur Ausgewählte kommen. Das Langenberger Musiklabel „Tonetoaster“ hatte zu einem intimen Wohnzimmerkonzert geladen.
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Die improvisierte Möblierung verbreitet in der ansonsten eher kahl und funktionell eingerichteten Halle eine Gemütlichkeit, die sich durch farbige, über einem schwarzen Vorhang montierte Scheinwerfer noch steigert.

Das Musiklabel „Tonetoaster“ hat zu einem Konzert der intimeren Art geladen. In den Genuss der Musik von „August Wells“ dürfen an diesem Abend nur Ausgewählte kommen. Etwa 20 Männer und Frauen warten auf die beiden, die vor wenigen Minuten noch beim Abendessen saßen und jetzt mit einigen kurzen Handgriffen Keyboard und E-Gitarre stimmen. Das Duo, das in dieser Woche eine Tournee durch Deutschland absolviert und Konzerte in Hamburg, Dresden und Kiel gibt, hat es Label-Chef Michael Langewender angetan. „Es war wegen des Karnevals nicht leicht, geeignete Spielorte zu finden“, betont Langewender. Zum Abschluss der Tour lud der Langenberger die beiden Musiker daher kurzerhand ein, in den Räumen seines Vertriebs für Magnetfarben an der Bentelerstraße ein Wohnzimmerkonzert zu geben.

Für die inhaltsschweren Texte, die dezenten Gitarrenakkorde und das atmosphärische Keyboardspiel von „August Wells“ erweist sich der intime Rahmen als äußerst geeignet. Die Auswahl der Lieder, von denen einige aus dem jüngsten Album „A Living and a Dying Game“ stammen, beginnen meist verhalten. Tief über sein Keyboard gebeugt, ist es der Amerikaner John Rauchenberger, der den monotonen, etwas schleppenden, aber dennoch anregenden Gesang des gebürtigen Iren Kenneth Griffin begleitet und eine Mischung aus Pathos und Melancholie verbreitet. Die Gitarre seines Partners verschwindet beinahe und erhält erst im dritten Lied Gelegenheit, mit zwei kurzen Soli ihr Klangrepertoire zu zeigen. Das Keyboard tritt in diesen Momenten zurück und schwillt erst wieder an, wenn der Gesang kurz aussetzt.

Die Texte der beiden nicht mehr jungen Musiker handeln von Freundschaft, unerfüllten Wünschen und der Suche nach Halt im Leben. „August Wells“ verpassen diesen Stoffen jedoch eine Leichtigkeit, die jedes Stück zu einem Genuss werden lässt. Wer weiß, vielleicht wird das Duo bei seiner zweiten Deutschlandtour erneut mit „Tonetoaster“ zusammenarbeiten. Vielleicht gibt es dann ja ein Wiedersehen mit den Musikern.

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