„Zahl der Briefwähler steigt unentwegt“
Bild: Inderlied
Nach Plan ist der Urnengang in Langenberg im Rahmen der Bundestagswahl verlaufen. „Es gab keine besonderen Vorkommnisse“, berichtet Wahlamtsleiter Peter Schaumburg.  
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Auch wenn beim Urnengang in den vier Wahlbezirken und bei der sich anschließenden Auszählung alles nach Plan gelaufen sei, habe die Bundestagswahl 2017 das Team im Rathaus an der Klutenbrinkstraße am Sonntag lange auf Trab gehalten, betont Schaumburg rückblickend. Bereits um 7 Uhr in der Früh seien im Gemeindeparlament von ihm letzte Vorkehrungen getroffen worden, um 23.30 Uhr habe er den Schlüssel rumgedreht. „Es ist ein langer Tag gewesen“, sagt Schaumburg.

Dass die Kanzlerkür gegenüber den Vorjahren einen Mehraufwand für die Langenberger Verwaltung bedeutete, lag nicht nur an den erhöhten Sicherheitsanforderungen („Die Glocke“ berichtete). Wie sich bereits im Vorfeld abgezeichnet hatte, stieg die Zahl der Wähler, die ihre Stimme per Post abgegeben hatten, deutlich. Mehr als ein Viertel der Teilnehmer hat sein Kreuz bereits Tage vor der eigentlichen Wahl gemacht und gen Rathaus geschickt beziehungsweise dort persönlich abgegeben. „Vor diesem Hintergrund war es richtig, dass wir erstmals zwei Vorstände für die Briefwahl eingerichtet haben“, erläutert Peter Schaumburg. Nicht zuletzt aufgrund der vielen „Postler“ sei die Beteiligung diesmal „recht hoch“ gewesen. Acht von zehn Wahlberechtigten hätten die Chance wahrgenommen, ihrer politischen Ausrichtung eine Stimme zu geben.

Rot und Grün in Benteler besonders schwach

Anders als auf Bundesebene fiel der von vielen befürchtete Rechtsruck hierzulande geringer aus. Die Liberalen konnten ihr Ergebnis gegenüber den vorherigen Urnengängen in Langenberg hingegen mehr als verdoppeln. Deutliche Differenzen sind mit Blick auf die Verteilung der Zweitstimmen innerhalb der Gemeinde zu beobachten. Während die CDU im Wahlbezirk 1 Langenberg 37,9 Prozent aller Stimmen auf sich vereinigen konnte, lag der Anteil im Wahlbezirk 4 Benteler mit 45,5 Prozent deutlich höher.

Überhaupt nimmt Benteler bei der Kanzlerkür eine besondere Rolle ein. Im kleineren Ortsteil fuhren SPD (18,6 Prozent) und Grüne (4,1 Prozent) gemeindeweit die schlechtesten Ergebnisse ein. Die FDP erreichte dort jedoch mit 14,9 Prozent ein überdurchschnittliches Votum. Die Alternative für Deutschland (AfD) schnitt hingegen im Wahlbezirk 1 mit 8,9 Prozent am besten ab, ebenso wie die Linke mit 6,2 Prozent.

Keine Freude dürften die Verantwortlichen der kleinen Parteien sowie der Exoten am Abstimmungsergebnis in Langenberg haben. Die Freien Wähler erhielten in der UWG-Hochburg lediglich 0,56 Prozent aller gültigen Stimmen. Die Satiregruppe „Die Partei“ holte ebenso viele Zweitstimmen. Für die Tierschutzpartei setzten 31 Langenberger ihr Kreuz, was 0,62 Prozent entspricht. Lediglich jeweils einen Anhänger fanden die Marxistische-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) sowie die Deutsche Kommunistische Partei (DKP). Die Sozialistische Gleichheitspartei hätte bei der Bundestagswahl in der Gemeinde Langenberg nicht antreten müssen: Die selbst ernannte Internationale Vierte konnte keine einzige Stimme auf ihrem Konto verbuchen.

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