„Zentrale Lösung wäre hinderlich“
Bild: Nienaber
Bis Anfang der 2000er-Jahre wurde das Gebäude der früheren Brauerei Dittmann als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Demnächst könnte es erneut einer solchen Nutzung zugeführt werden.
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Die Frage nach der Unterbringung der stetig wachsenden Gemeinschaft stellt die Gemeinde aber weiterhin vor Probleme. Voraussichtlich für mehr als 80 Personen muss die Gemeinde zum Jahresende eine Unterbringung gewährleisten. Was für die 8000-Seelen-Gemeinde absolut ein geringer Wert ist – gerade einmal ein Prozent der Bevölkerung macht dieser Personenkreis aus –, ist relativ gesehen eine Zahl, die schon mal Kopfzerbrechen bereiten kann. Wer schon einmal versucht hat, geeigneten Wohnraum zu finden, der kann vielleicht erahnen, vor welchen Aufgaben die Verwaltung mit Blick auf die Flüchtlingssituation steht.

Es gebe ihn noch, den Wohnraum, der für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern benötigt wird. Nachdem allein im laufenden Jahr mehrere Wohnungen seitens der Gemeinde für diesen Zweck angemietet worden waren, dünne sich das Angebot aus, hatte Fachbereichsleiter erst kürzlich im Gespräch mit der „Glocke“ betont. Zuletzt hatte die Gemeinde in den 1990er-Jahren mit ähnlich hohen Zuweisungsquoten zu kämpfen. Seinerzeit waren ausnahmslos größere Räumlichkeiten auf Firmengeländen und in leerstehenden Betriebsgebäuden angemietet und teils eigens für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet worden.

Auf eine solche „zentrale Lösung“ wolle die Gemeinde derzeit jedoch nicht setzen, sagte Bürgermeisterin Susanne Mittag der „Glocke“ gegenüber. Sammelunterkünfte, wie sie etwa in Nachbarkommunen zur Diskussion stehen, kämen für Langenberg nicht in Frage, erläuterte das Gemeindeoberhaupt. Dies sei der Integration der notleidenden Menschen hinderlich. Auch spiegele es nicht die Willkommenskultur wider, für die die Gemeinde stehe, sagte Susanne Mittag.

„Wir versuchen weiterhin, die Menschen in Einzelwohnungen unterzubringen. Das hat für uns absolute Priorität“, betonte die Verwaltungschefin. Inwieweit sich kleinere Einheiten auch auf Firmengeländen befinden dürfen, darauf ging Mittag nicht ein. Ganz unmöglich scheint dieser Lösungsweg jedoch nicht. Nach Informationen der „Glocke“ stehen zumindest Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei Dittmann zur Diskussion. Dort hatten bis Anfang der 2000er-Jahre bereits Flüchtlinge ein Zuhause gefunden.

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