Zirkustrubel in den Klassenräumen
Bild: Nienaber
Im Jonglieren versucht sich im Rahmen der Projektwoche auch Nachwuchstalent Thomas, während ihm (v. l.) Kerem, Trainer Philipp Astor, Emilia und Olivia am Rand der Zirkusmanege zusehen.  
Bild: Nienaber

Während in der Manege Aufregung und Vorfreude das Bild prägt, ist hinter den Kulissen die Sorge zu vernehmen, dass das Coronavirus den geplanten Vorstellungen in die Quere kommen könnte. Aber so viel vorweg: Die Steppkes können ihre Tricks und Artistiknummern wie geplant vor Publikum zum Besten geben.

Projektwoche für die „Brinkmänner“ und „Schmeddinge“ schon jetzt ein Erlebnis

Nach Absprache mit dem Schulträger, dem Schulamt sowie der zuständigen Gesundheitsabteilung des Kreises Gütersloh werde man am angekündigten Programm festhalten, betont Britta Kleinegesse, kommissarische Leiterin des Grundschulverbunds. Die Besucherzahl sei aufgrund der Kapazität des Zelts auf 350 beschränkt. Die Vorführungen sind daher nicht unmittelbar von dem jüngsten Erlass der Landesregierung betroffen. „Wir empfehlen aber, die Vorstellungen nur mit den engsten Familienangehörigen zu besuchen. Risikogruppen sollten der Veranstaltung fernbleiben“, erläutert Kleinegesse.

Das alles gelte jedoch nur unter Vorbehalt. „Sollte die Situation neu zu bewerten sein, könnte sich noch einmal alles wieder ändern“, betont die Rektorin. Aber selbst wenn es nicht zum großen Auftritt kommen sollte, ist die Projektwoche für die „Brinkmänner“ und „Schmeddinge“ schon jetzt ein Erlebnis, das sie noch lange im Gedächtnis behalten werden.

Gleich an mehreren Stellen wird noch bis zum heutigen Freitag im Schulgebäude geprobt, was das Zeug hält. Schließlich soll im Rampenlicht jede Nummer sitzen. Unter dem Dach des Anbaus, wo sonst Musik die erste Geige spielt, lassen die Zauberer Tücher verschwinden und Klassenkameraden in Luft auflösen. Die Aula dient derweil den Clowns des „Tausendtraums“ als Bühne. Dort gehen die Erst- bis Viertklässler unter anderem auf humorige Hasenjagd.

Schmerzresistente Fakire vollführen im Keller des Altbaus Darbietungen, die schon beim Zuschauen wehtun. In der Turnhalle sind die Artisten dabei, auf dem Seil und scheinbar schwerelos auf Bällen zu tanzen. Und hinter der Aula, wo das Team aus Soest das blaugelbe Zelt aufgeschlagen hat, haben Jongleure alle Hände voll zu tun. Immer dabei sind die Trainer, allesamt Theater- und Sonderpädagogen, die dem Nachwuchs zeigen, wie sie über sich hinauswachsen und dabei noch fürs Leben lernen können.

Teamarbeit ist gefragt

Die Mitarbeiter des Projektzirkus’ aus Soest haben es sich zum Ziel gesetzt, jedem Schüler ein positives Auftrittserlebnis zu verschaffen. „Bei uns dürfen die Kinder das tun, was sonst im Unterricht nicht so gern gesehen wird“, sagt Stefan Linne, Pantomime und Clown beim „Tausendtraum“. Zudem wüchsen die Nachwuchstalente an ihren Aufgaben. Bemerkenswert sei, wie zum Beispiel manch schüchterner Erstklässler seine Persönlichkeit entwickele und nach anfänglicher Zurückhaltung selbstbewusst vor Publikum agiere. „Das mit anzusehen, ist das Schöne am ‚Tausendtraum‘“, sagt Linne.

Auch auf Teamarbeit und Disziplin richtet der engagierte Trainerstab – in Langenberg sind sechs der rund 20 freien Mitarbeiter an Bord – ein Augenmerk. „Die Kinder lernen in ungezwungenem Rahmen, sich auf ihre Auftrittspartner zu verlassen“, verrät Daniel Blunk, der die Zauberer des Grundschulverbunds anleitet. Andererseits merkten die Schüler, dass sie für ihre Nummer und ihre Mitartisten Verantwortung tragen. Ihre Lehrer wissen die Jungen und Mädchen ausnahmsweise mal nicht im Rücken. Sie übernehmen im Zirkus ganz bewusst keine anleitende Rolle.

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