80 Betonskulpturen zurück im Alltag
Bild: Sudbrock
Der Alltag hat sie zurück: Seit Montag bevölkern 80 Skulpturen von Christel Lechner die Wiedenbrücker Innenstadt.
Bild: Sudbrock

Die Freiluftausstellung, die bis Mitte September läuft, ermöglicht im elften Jahr in Folge die Burckhard-Kramer-Stiftung. Unter den 80 „Alltagsmenschen“, die Frühjahr und Sommer in der Fachwerkstadt an der Ems verbringen wollen, sind viele alte Bekannte: Ob Sonnenanbeter, Tanzgruppe, Schützenthron oder das Schwein namens Eberhard – sie alle kennen Fans der putzigen Betonplastiken bereits aus den vorangegangenen Ausstellungen. „Und trotzdem ist einiges neu“, erklärt Ute Ehlert von der Burckhard-Kramer-Stiftung. „Die eine oder andere Skulpturengruppe hat ihren Standort gewechselt.“ Andere, wie beispielsweise die Schützengesellschaft, hätten im vergangenen Jahr eine Pause eingelegt und seien nun wieder mit von der Partie.

Verstärkung bekommen hat die Nonnengruppe, die vor dem Franziskanerkloster an der Mönchstraße alle Blicke auf sich zieht. Zu ihnen gesellt sich ein Franziskanerpater, den Künstlerin Christel Lechner eigens für die Freiluftausstellung in Wiedenbrück angefertigt hat. Premiere feiern darüber hinaus fünf Männer in festlichen, grauen Anzügen, die sich vor dem Fachwerkhaus an der Langen Straße 14 postiert haben.

Hand angelegt haben Christel Lechner und ihre Mitarbeiter während der Winterpause an der einen oder anderen Figur. Verblasste Farben wurden aufgefrischt und kleinere Ausbesserungsarbeiten vorgenommen, denn: Auch wenn die Wiedenbrücker mit den „Alltagsmenschen“ in der Regel sorgsam umgehen, sind die Figuren ein halbes Jahr lang den Unbilden des Wetters schutzlos ausgesetzt. „Deswegen benötigen sie von Zeit zu Zeit eine kleine Schönheitskur“, erklärt Christel Lechner.

Ins Schwitzen kamen am Montag trotz wenig frühlingshafter Temperaturen Dachdeckermeister Lars Effertz und sein Team. Zu neunt transportierten sie die 90 bis 200 Kilogramm schweren „Alltagsmenschen“ aus ihrem Winterquartier in Rheda nach Wiedenbrück und brachten sie nach den Vorgaben ihrer Erbauerin in Position. Meistens genügte reine Muskelkraft, nur bei im wahrsten Wortsinn besonders schweren Fällen kam der Ladekran zum Einsatz.

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