Abwasser: UWG kritisiert Fragebogen
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Der Eigenbetrieb Abwasser ermittelt derzeit die befestigten Flächen neu, die in die öffentliche Kanalisation entwässern.
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Das teilt Dirk Kamin, Ratsmitglied für die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG), im Gespräch mit der „Glocke“ mit. Zahlreiche Anrufe verärgerter Bürger habe er bereits erhalten, sagt Kamin. Er fordert die Stadtverwaltung auf, zumindest die Abgabefrist zu verlängern. Aktuell liegt der Stichtag auf dem 31. August. „Das ist für viele Bürger schon deshalb ungünstig, weil die Befragung in die Sommerferien gelegt worden ist – und damit in eine Zeit, in der ein Großteil der Angeschriebenen Wochen am Stück schlicht nicht daheim ist“, erklärt der Ratsherr.

Wie aus dem Anschreiben hervorgeht, das dem Fragebogen beiliegt, geht die Stadt indes davon aus, dass im Falle einer ausbleibenden Rückmeldung alle in der Aufstellung vermerkten Angaben korrekt sind. „Die Art, wie die Daten dort abgefragt werden, ist jedoch so umständlich und komplex, dass der Normalbürger das kaum nachvollziehen kann“, kritisiert Dirk Kamin.

Den Hauseigentümern stoße insbesondere die mangelnde Vergleichbarkeit der bisherigen Abrechnungsform zu den Abwassergebühren mit der jetzigen Aufstellung sauer auf, erläutert der Vorsitzende der UWG-Fraktion. „Da wird zwar weiterhin in drei Kategorien unterschieden, wie das Regenwasser versickert, aber sie sind anders benannt und bezeichnen ganz offenbar auch einen anderen Sachverhalt“, sagt Kamin. Das schaffe Verunsicherung. Und einen extrem hohen Beratungsbedarf. Das zeige sich nicht zuletzt an dem Andrang, den die eigens eingerichtete Beratungsstelle zu bewältigen habe. „Die ist übervoll, und zwar von morgens bis abends“, hat das Ratsmitglied beobachtet.

Um die Situation zu entschärfen, regt Dirk Kamin an, die Frist zur Abgabe des Fragebogens um mindestens einen Monat zu verlängern. „Es herrscht ja keine Eile“, betont er. Schließlich seien ganze zwei Jahre ins Land gegangen von der Aufnahme der Luftbilder, auf deren Basis die Flächen ermittelt wurden, bis zur aktuellen Erhebung. Apropos Luftbilder: „Die sind so mickrig, da kann keiner etwas mit anfangen. Ein größerer Abdruck der Aufnahmen wäre sinnvoll gewesen“, sagt Kamin.

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