Acht Bienenvölker verschwunden
Wo sind sie geblieben? Bienenzüchter Josef Liermann hat acht Völker verloren, macht aber weiter. Eine Königin mit Volk hat er noch.

Es handelt sich um die Völker, die auf dem Hof eines Landwirts ihren geschützten und bewährten Platz hatten. Der Hobbyimker will die Imkerei aber nicht aufgeben, weil ein Volk, das er an seinem Haus hält, putzmunter ist und Hoffnung macht auf Vermehrung. Wichtig ist aber für den jetzt 79 Jahre alten Tischler im Ruhestand, das Rätsel des Verschwindens seiner Bienenvölker zu ergründen. Josef Liermann ist Hobbyimker seit mehr als 40 Jahren und kennt sich in diesem Metier als Mitglied des Deutschen Imkerbunds aus. Vor einem Bienenstich hat er keine Angst mehr. Frühere allergische Reaktionen stärkten das Immunsysten, Bienen lieben außerdem Ruhe und Besonnenheit. Auch diese Eigenschaften schützen den Imker. Liermann hat in seinem Hobby schon gute Jahre, jedoch auch Rückschläge erlebt. Diebstahl an den Bienenvölkern, der tatsächlich vorkomme, schließt er aus, weil die leeren Kästen noch vorhanden sind. Imker haben auch schon elektronische Vorrichtungen eingesetzt, um nach einem Diebstahl die Bienenkästen orten zu können, weiß er.

Verdacht der Giftaufnahme

In diesem Fall des Verschwindens stellte der Imker auch keine Bienenerkrankung fest. Ein „Attentat“ von Bienenfeinden hält er ebenfalls für ausgeschlossen, weil in den Kästen keine toten Bienen gefunden wurden. Da bleibt nur noch die Möglichkeit der Giftaufnahme bei der Nahrungssuche und darauf folgend der plötzliche Tod der Bienen unterwegs. Vergiftungen entstehen zumeist durch Spritzungen und durch Beizen der Pflanzen, um diese gegen Ungeziefer und Pilzbefall zu schützen. Die Bienenhalter hoffen auf immer geringeren Einsatz von Giften in der Landwirtschaft, im Garten- und Landschaftsbau. Wie in Imkerkreisen zu vernehmen ist, soll zum Beispiel der Einsatz von Neonicotinoiden ab Dezember 2013 mindestens für zwei Jahre verboten werden. Nicht gestattet ist dann die Beizung von Saatgut von Raps, Mais und Sonnenblume. Auch wenn das Verbot erst 2014 greift, ist laut Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbunds, damit eine positive Wende für die Biene eingeleitet worden.

Imker macht weiter

Der Hobbyimker Josef Liermann bedauert das Verschwinden der acht Bienenvölker mit den Königinnen, den Arbeitsbienen und den Drohnen. Er sieht sich jedoch zum Neuanfang veranlasst, dies besonders weil die Familie und Bekannte sich schon auf ein Glas des Original-Imker-Bienenhonigs freuen und der 79-Jährige die Imkerei liebt. Bis zur Honigernte ist aber viel Arbeit zu leisten. Dazu zählen die Fütterung der Bienen im Winter mit Honigwasser, Honig und Zucker, die Bereitstellung der Rahmen für den Wabenausbau, das Auffinden der sommerlichen Futterplätze mit Blütenfeldern, Verhütung der Schwärmens, Gewinnung des Honigs, Verarbeitung des Honigs und das Schleudern bei Vermeidung von Hygienefehlern. Sauberkeit ist dabei oberstes Gebot. Honig soll ja als eine appetitliche Ware in den Handel und schließlich auf den Tisch kommen. Dafür stehen die deutschen Imker mit ihrem guten Namen.

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