Afrikanisch kochen für die Partnerschule
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Schüler der Ernst-Barlach-Realschule in Rheda haben afrikanisch gekocht.
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„Wo ist das Salz?“, „Pass‘ auf, in die Pfanne kommt nur ein Teelöffel Öl“ oder „Hilfe, meine Augen tränen beim Zwiebelschneiden“: Gar nicht so leicht, am Herd oder vor dem brodelnden Suppentopf immer ein ruhiges Händchen und einen kühlen Kopf zu behalten, vor allem, wenn der Nebenmann andauernd meint, er wisse alles besser.

Doch können kleine Gehässigkeiten die gute Laune nicht verderben, im Gegenteil. Je länger das Kochen dauert, desto mehr steigt die Vorfreude auf das gemeinsame Essen. Und das zu recht. Denn auf dem Speiseplan der Rhedaer Realschüler steht an diesem Tag eine ganze Reihe exotischer Köstlichkeiten.

Zum Beispiel Hackfleischauflauf, gewürzt mit Currypulver und verfeinert mit Aprikosenmarmelade als Hauptgang. Muffins, gefüllt mit gehackten Mandeln, Datteln oder geraspelter Schokolade, gibt es zum Dessert.

Anlass für die Kochorgie ist der Besuch des Verler SPD-Bundestagsabgeordneten Klaus Brandner, der die Klasse in einem ganz speziellen Anliegen unterstützt. Bereits seit zwei Jahren hält die 8a mit ihrer Klassenlehrerin Jutta Maas eine enge Brieffreundschaft zu Jugendlichen der „Grootkraal Primary School“ bei Oudtshoorn in Südafrika. Vor eineinhalb Jahren drohte der Bildungseinrichtung die Schließung, da der neue Grundstückseigentümer auf dem Schulgelände ein Hotel errichten wollte.

Dem Einsatz der Rhedaer Realschüler ist es zu verdanken, dass die Schließung im April vorigen Jahres zunächst abgewendet werden konnte. Mit Geldspenden, Unterschriftensammlungen und einem Besuch bei Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sowie SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier in Berlin hatten sich die Jugendlichen zuvor für den Fortbestand der südafrikanischen Partnerschule stark gemacht.

Doch der „Grootkraal Primary School“ droht erneut das Ende, wie Klassenlehrerin Jutta Maas am Rand des afrikanischen Kochseminars sagte. Neuer Plan des Grundbesitzers sei es, das Areal in ein Weingut umzuwandeln. „Das Gelände ist bereits eingezäunt. Derzeit warten wir auf das Gerichtsurteil, das eigentlich vorige Woche gefällt werden sollte.“

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