„Alias“: Installation in der Orangerie 
Bild: Werneke
Miriam Jonas zeigt ab dem 24. März in der Orangerie in Rheda ihre Installation „Alias“.
Bild: Werneke

n. Dabei wirkt die transparente PVC-Skulptur zugleich leicht und flüchtig wie die Zeit. „Alias“ heißt der Titel der Installation, die am Sonntag, 24. März, um 15.30 Uhr in der Orangerie am Schloss Rheda offiziell eröffnet wird. Melanie Körkemeier, als Leiterin der Werkstatt Bleichhäuschen verantwortlich für die Ausstellung, ist 2011 auf die 31-jährige Künstlerin aufmerksam geworden. Seinerzeit stellte Miriam Jonas im Wiedenbrücker-Schule-Museum ihre „Polka Popes“ aus. Nun hat die gebürtige Paderbornerin sich künstlerisch mit dem früher für Pflanzen genutzten Ort im Schlossgarten auseinandergesetzt. „Ich wollte die Gelegenheit nutzen, mich hier auszutoben, und ich wollte den Raum nicht erdrücken“, beschreibt sie die Schwierigkeit, eine Balance zu finden. Gleichzeitig wollte sie geschichtliche Implikationen des Gebäudes berücksichtigen, damals und heute verbinden. So hat ihre aus 250 Quadratmetern PVC gefertigte Gegenwartskunst ihren Platz als abstraktes Herzstück im historischen Zentrum der Orangerie gefunden. Denn in dem etwa fünf mal zwölf Meter großen Bereich, den die Säulen umgrenzen, liegen noch Steine des Originalgebäudes.

Keine Berührungsängste

Miriam Jonas hatte zunächst die Idee, in dem käfigähnlichen Bereich – in Anlehnung an frühere höfische Kuriositätenkabinette – ein „Wesen, das hier lebt und atmet“ zu platzieren. Um der Orangerie und deren „Schönheit an sich“ ausreichend Raum zuzubilligen, ist die Arbeit immer abstrakter geworden. Die in Berlin lebende Künstlerin hat sogar die künstliche Deckenbeleuchtung abmontieren lassen. „Die Installation muss mit dem Raum zusammengreifen“, betont die Kreative, die an der Kunstakademie Münster studiert hat. In den Blick gerückt werden zum Beispiel die Fensterfronten, die sich in der vier Millimeter dünnen Folie spiegeln. Die Skulptur nährt sich und erwächst aus dem sie umgebenden Raum: Ein Gebläse pustet von dort die Luft in das Objekt; mehr als 400 Kubikmeter davon kann „Alias“ aufnehmen. Die Besucher dürfen noch direkter mit dem seltsamen Gewächs in Verbindung treten, indem sie es anfühlen und sich anlehnen.

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