Am „Oma-Tag“ direkt ins Atelier
Früh übt sich, wer ein Meister werden will: Luke hat das kreative Talent von seiner Großmutter Gaby Fahlbusch geerbt. Fast jeden Donnerstag werden Pinsel und Farbe ausgepackt.

Zielsicher greift er nach einem Pinsel und malt drauf los – als hätte er nie etwas anderes gemacht. Jeden Donnerstag ist „Oma-Tag“ im Haus von Peter und Gaby Fahlbusch. „Als Luke zwei Jahre alt war, hat meine Schwiegertochter Tanja mir vorgeschlagen, dass er immer einen festen Tag pro Woche zu uns kommen könnte“, erzählt die 67-Jährige, die schnell feststellte, dass ihr Enkel anscheinend etwas von ihrem künstlerischen Talent geerbt hat. Gaby Fahlbusch begann 1980 mit der Aquarell-Malerei, es folgten Radierungen sowie Öl- und Acrylbilder. Das Haus der Fahlbuschs in Rheda zeugt von ihrem kreativen Schaffen – schon im Eingangsbereich hängen gleich mehrere ihrer Bilder – farbenfrohe und lebendige Hingucker.

„Oma, ich möchte auch mal an die Staffelei“

Zurück zu ihrem potenziellen Nachfolger als Künstler in der Familie: „Es hat eine Zeit gegeben, da hat er Sachen gebastelt und die Besucher durften sich welche aussuchen. Erst für 20 Cent, später dann für 50“, sagt Gaby Fahlbusch und blickt lächelnd zu ihrem Enkel. Seinen ersten wertvollen Preis hat er schon gewonnen. Sein Frühwerk „Ich spiele mit Papa“ räumte bei einem Jugendwettbewerb in der ersten Klasse direkt ab – Luke landete auf dem ersten Platz. Sein Faible für die Kunst begann mit folgendem Satz: „Oma, ich möchte auch mal an die Staffelei.“ Gesagt, getan. Seitdem verschwinden Gaby und Luke am „Oma-Tag“ immer mal wieder im Atelier, das sich im Souterrain des Hauses des Ehepaares Fahlbusch befindet. An den Wänden hängen einige Bilder aus Gabys Anfangszeit als Künstlerin.

Wie ein echter Kunstkritiker

Auf der Staffelei in der Mitte des Raumes ist eines der jüngeren Werke – drei abstrakte Figuren haben dem Betrachter scheinbar den Rücken zugewandt. Auf die Frage, was Luke am meisten an den Bildern seiner Oma gefällt, reagiert der Siebenjährige wie ein echter Kunstkritiker. Er spitzt die Lippen, legt nachdenklich einen Finger auf den Mund und wirft einen ernsten Blick auf das Bild. „Die Haare“, sagt er überzeugt. Für seine Großmutter sind solche Momente nach wie vor etwas Besonderes. „Ich genieße das total und hoffe, dass uns diese „Oma-Tage“ zumindest in seiner Grundschulzeit bleiben.“

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