Amokläufer steht im Mai vor Gericht
Auch das Landeskriminalamt war am 15. November 2011 vor Ort. Damals war ein 27-Jähriger am Bahnhof Amok gelaufen.

Der psychisch kranke Mann hatte die Menschen in Rheda in der Nacht zum 15. November vergangenen Jahres geschockt und über Stunden die Polizei in Atem gehalten: Mehr als 30 Schüsse feuerte er aus zwei Gewehren auf Lampen, das Bahnhofs-Bistro und umliegende Geschäfte ab. Unter anderem war auch ein türkischer Lebensmittelladen gegenüber dem Bahnhof betroffen.

Während der Tat trug der Mann einen Sprengstoffgürtel um den Bauch und eine Binde mit Hakenkreuz am Arm. Bei seinem Amoklauf war er im Bahnhof zwei Passanten begegnet, hatte aber nicht auf sie gezielt. Die Polizei konnte den Amokläufer schließlich in einem Eisenbahnwaggon festnehmen.

Derzeit sitzt der 27-Jährige in Bielefeld-Brackwede in Untersuchungshaft. Ein Gutachten belegt, dass der Mann seelisch schwer gestört ist. „Möglicherweise wird er demnächst vom Gericht in die geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen“, sagte der Bielefelder Staatsanwalt Christoph Mackel.

Unterdessen ist bekanntgeworden, dass der Mann schon vor November auffällig geworden war: Am 9. Juni soll er am inzwischen abgerissenen Klärwerk an der Mittelhegge mehrfach mit selbst gebasteltem Sprengstoff experimentiert haben. Bei den Explosionen sei erheblicher Schaden am Gebäude entstanden. Diese Tat hatte er während seiner Vernehmung eingeräumt. Als Motiv hatte er Unzufriedenheit mit der Gesellschaft angegeben.

Die Verhandlung vor dem Bielefelder Landgericht findet voraussichtlich im Mai statt.

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