Angeklagter zu Teilgeständnis bereit
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Ein 41-jähriger Afghane soll seine Ehefrau in Rheda-Wiedenbrück mehrfach vergewaltigt haben. Dafür muss er sich jetzt vor dem Bielefelder Landgericht verantworten.
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Mit einem Schachzug eröffnete die Verteidigung den Fortsetzungstermin vor der Zweiten Strafkammer am Bielefelder Landgericht. Der Angeklagte wäre zu einem Teilgeständnis unter der Bedingung einer Bewährungsstrafe bereit gewesen, hieß es.

Die Anwältin der Afghanin wäre als Nebenklägerin auf das Angebot der beiden Verteidiger eingegangen, wollte sie doch ihrer Mandantin eine Vernehmung ersparen. Ihre Bedingung dafür war, dass die Scheidung der Eheleute in einer Form geschehe, die auch in ihrer Heimat Afghanistan anerkannt ist.

Als Höchststrafe stellte der vorsitzende Richter drei bis vier Jahre Haft in Aussicht. Die Vereinbarung kam nicht zustande, da der Staatsanwalt aufgrund der Anzahl und der Schwere der Vorwürfe auf die Vernehmung der heute 29-jährigen Afghanin bestand. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, unter anderem am zweiten Weihnachtsfeiertag 2007 die damals 24-Jährige im ehelichen Bett vergewaltigt zu haben.

Zwei ähnliche Vorkommnisse stehen ebenfalls im Raum. Ein vierter Fall soll in der Wohnung der Schwester des Afghanen im niedersächsischen Hildesheim passiert sein. Außerdem soll der damals 36-Jährige seine Ehefrau in zwei Fällen mit dem Kopf gegen eine Zimmerwand gestoßen haben, weil sie gegen seinen Willen Kontakt zu ihren Verwandten aufgenommen habe. Da die Afghanin im Vorfeld des Prozesses von Angehörigen des Angeklagten eingeschüchtert wurde, bleibt ihr Aufenthaltsort auf Antrag der Anwältin der 29-Jährigen vorerst geheim.

Am Mittwoch, dem dritten Verhandlungstag, wird die junge Frau von Staatsanwaltschaft und Verteidigung zu den Vorwürfen befragt. Außerdem soll ein Sachverständiger aussagen. Eventuell kann direkt im Anschluss ein Urteil gesprochen werden, ansonsten wird ein vierter Verhandlungstag angesetzt.

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