Arbeitsminister kritisiert Tönnies-Werke
Bild: Evers
Einen tariflichen Mindestlohn soll es in den Tönnies Fleischwerken in Rheda-Wiedenbrück nicht geben. NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) kritisiert das scharf.
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Es gehe ihm nicht darum, ungehemmt zu Dumpinglöhnen schlachten zu können, heißt es in dem Artikel. Tönnies wolle sich nicht mit der zuständigen Gewerkschaft NGG an einen Tisch setzen, die ihn seit Wochen mit Falschbehauptungen überziehe.

Stattdessen favorisiert das Unternehmen den sogenannten Sögeler Weg. Tönnies betreibt in dem Ort im Landkreis Emsland ein Fleischwerk. Gemeinsam mit Kommune und Subunternehmern habe man hier nach negativer Berichterstattung Lohn- und Unterkunftstandards erarbeitet. Diese, so heißt es in einer Stellungnahme, die das Unternehmen jetzt verbreitete, sollen auch in Rheda eingeführt werden.

Arbeitsminister Schneider kritisiert den Sögeler Sonderweg dagegen in scharfen Worten: „Offensichtlich freiwillige, nicht justiziable Vereinbarungen zwischen Unternehmen und den Kommunen, in denen diese Standorte sind, haben den Charakter der Unverbindlichkeit und sind deshalb kein Ersatz für rechtsverbindliche Tarifverträge oder Gesetze. Solche Bestrebungen müssen deshalb als Manöver betrachtet werden, um verbindliche, tarifvertragliche oder gesetzliche Regelungen zu verhindern“, sagte er.

Schneider empfahl den Unternehmen der Fleischbranche, mit der NGG zum Abschluss bei der Einführung eines Mindestlohnes zu kommen. „Arbeitsbedingungen, Löhne und Gehälter werden im Deutschland des 21. Jahrhunderts nicht nach Gutsherrenart festgelegt. Sie dürfen nicht von persönlichen Befindlichkeiten einzelner Verhandlungspartner abhängen.“

Aus Unternehmenskreisen heißt es, dass sich Firmenchef Clemens Tönnies sehr über die Einmischung der Politik ärgere. Die Einmischung werde als Wahlkampagne gewertet, hieß es am Montag.

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