Auch Gang in finanzieller Schieflage
Bild: dpa
Bereits die vierte Firma aus dem fleischverarbeitenden Gewerbe hat im Kreis Gütersloh innerhalb weniger Monate Insolvenz angemeldet.
Bild: dpa

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Bielefelder Rechtsanwalt Axel Geese bestellt. Das Schwesterunternehmen der Firma, die Karad-GmbH, war bereits vor einigen Wochen für zahlungsunfähig erklärt worden („Die Glocke“ berichtete). Auch für Karad mit Sitz in einem Tönnies-Gebäude in Herzebrock-Clarholz zeichnet Geese als Insolvenzverwalter verantwortlich.

Zuletzt 200 Mitarbeiter beschäftigt 

Geschäftszweig der Werkvertragsfirma, die 1990 gegründet wurde und zuletzt etwa 200 Mitarbeiter zählte, ist die Verarbeitung, Zerlegung sowie Verpackung von Fleisch- und Wurstwaren. Zudem werden nach Angaben des Unternehmens, das als Personaldienstleister zwecks Arbeitnehmerüberlassung auftritt, Fisch, Muscheln, Krebstiere und sonstige Lebensmittel maschinell verarbeitet. 2008 lagerte Karad den Bereich Convenience in die Gang-GmbH aus.

Geschäftsführer sind laut Handelsregister Fatma Gang, Ehefrau von Unternehmensgründer Eckhard Gang, und Mesut Karakaya. Ein Blick in die Historie verrät, dass sie in Rheda 240 Mitarbeiter beschäftigen (Stand 2012).

Insolvenz auch Thema bei Tönnies

Die Doppelinsolvenz ist insbesondere bei der Firma Tönnies ein Thema, ist das Personal von Gang und Karad schließlich schwerpunktmäßig in deren Produktionsstätten eingesetzt. Man stehe in engem Kontakt mit Rechtsanwalt Axel Geese, sagte Tönnies-Pressesprecher Markus Eicher auf Anfrage der „Glocke“.

Was zu der finanziellen Schieflage geführt habe, könne er nicht beurteilen. „Festzuhalten bleibt: Es ist unschön für alle Beteiligten.“ Priorität habe derzeit die Sicherung der Arbeitsplätze. Dabei wolle man die Gang- sowie die Karad-GmbH gern unterstützen. „Wir haben nach wie vor ausreichend Beschäftigung für diese Mitarbeiter und haben das auch so kommuniziert“, sagt Eicher. Zunächst sei also der Fortbestand der beiden Firmen gesichert. Wie es allerdings mittelfristig weitergehe, dazu wolle er keine Prognose abgeben, so der Pressesprecher weiter.

Viertes Unternehmen der Branche im Kreis pleite

Warum in den vergangenen Wochen so viele Betriebe aus der Branche im Kreis Gütersloh plötzlich zahlungsunfähig sind (Blankemeyer-Gruppe in Gütersloh, Astro in Verl, Karad in Herzebrock Clarholz und nun Gang), ist Markus Eicher ein Rätsel. „Ich wüsste nicht, dass es zuletzt eine größere Veränderung im Markt gegeben hätte, die das erklären würde. Wahrscheinlich ist es einfach nur Zufall.“

SOCIAL BOOKMARKS