Auf Rollbrettern bis zur Ostsee
Bild: Hornemann
Ungewöhnliche Fortbewegungsart: Moritz Bewermeier, Jeremy Hamm und Darius Himmeldirk (v.l.) aus Rheda-Wiedenbrück sind am liebsten auf ihren Longboards unterwegs.
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Neben altbewährten Möglichkeiten ans Ziel zu kommen, sind einige Zeitgenossen auf neumodischen Fortbewegungsmitteln unterwegs. Ein Beispiel dafür sind die sogenannten Longboards, ein Trend aus den USA, der auch in Rheda-Wiedenbrück zunehmend im Kommen ist. Warum das so ist, weiß Moritz Bewermeier. Seit seinem 14. Lebensjahr trifft sich der Wiedenbrücker regelmäßig mit Gleichgesinnten, um auf dem Rollbrett durch die Umgebung zu touren. „Longboardfahren ist super, um in der Natur herumzukommen und Zeit mit seinen Freunden zu verbringen“, erklärt der angehende Abiturient. Auch abseits einer Gruppe könne man an der Trendsportart Gefallen finden. „Wenn man alleine unterwegs ist, kann man richtig abschalten. Ich höre dabei meistens Musik, so kann ich mich am besten entspannen.“ Das Erlernen der Technik sei nicht besonders schwierig gewesen. Schon nach einigen Tagen entwickle man ein Gefühl für das Brett.

Effektives Fortbewegungsmittel

Obwohl der Fahrspaß an erster Stelle stünde, sei das Longboard gleichzeitig ein effektives Fortbewegungsmittel. Durch ein weiches Fahrwerk und hohe Stabilität könne man genauso schnell wie mit dem Fahrrad ans Ziel kommen.

Der Trend schwappte von der belgischen Küste ans Emsufer: Darius Himmeldirk hatte das Rollbrett in den Ferien entdeckt und brachte Jeremy und Moritz auf den Geschmack. „Ich war im Urlaub in Belgien. Dort habe ich ein paar ältere Jungs beim Longboardfahren gesehen. Ich wollte es unbedingt ausprobieren und es hat mir direkt Spaß gemacht. Zu Hause habe ich mir dann ein eigenes Board zugelegt“, sagt der Freiwilligendienstler. Schnell habe er seine Freunde davon begeistern können.

„Quasi mein Fahrradersatz“

Mittlerweile bestünde die Clique aus acht jungen Leuten. „Alle paar Wochen treffen wir uns, um längere Fahrten zu unternehmen. Alleine bin ich täglich unterwegs. Das Longboard ist quasi mein Fahrradersatz“, erklärt Darius. Einen Traum konnten sich die Jugendlichen bisher nicht erfüllen: „Wir haben mal geplant, mit den Boards über mehrere Tage von Wiedenbrück bis zur Ostsee zu fahren. Vielleicht schaffen wir das ja noch.“

Die drei Freunde sind bei Weitem nicht die einzigen, die auf den langen Rollbrettern in Rheda-Wiedenbrück unterwegs sind. „Es gibt einen richtigen Boom. Verglichen mit der Zeit, in der ich anfing, fahren heute viel mehr Leute Longboard“, erklärt Darius.

Schutzkleidung beim Rennen Pflicht

Sliden, Downhill oder Freestyle – mit den Rollbrettern kann weitaus mehr gemacht werden, als nur geradeaus zu fahren. „Beim Sliden versucht man, ähnlich wie beim Driften mit dem Auto rutschend die Richtung zu ändern. Freestyle bedeutet, unglaublich viele verschiedene Tricks auf und mit dem Board auszuführen. Am spannendsten finde ich das Downhill-Fahren. Man versucht, bergab die höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen. Wir haben uns einmal mit zirka 72 Stundenkilometern gemessen“, berichtet Jeremy. Dies sei aber nur für geübte Fahrer zu empfehlen und ohne Schutzkleidung mit Protektoren und einem Helm viel zu gefährlich.

Regelmäßig reparieren und ölen

Extreme Fahrstile bedeuten auch extreme Belastungen für das Fahrgerät. Deshalb sei die Pflege der Rollbretter besonders wichtig. Man müsse häufig Teile ölen und reparieren, damit der Fahrspaß nicht auf der Strecke bleibt. Longboardfahren wird in Zukunft noch beliebter werden. Da sind sich die Freunde einig. „Es spricht sich schnell herum, dass der Fahrspaß groß ist und gerade die Jüngeren finden den Trend cool. Außerdem gibt es viele neue Radwege, beispielsweise in der Flora Westfalica, die das Fahren noch interessanter gestalten“, sagt Jeremy.

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