Auf einen Kaffee zum Dorfsheriff
Bild: Werneke

Etwa drei bis vier Bürger haben Jürgen Zielinski durchschnittlich während der bisherigen Sprechstunden besucht.

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 „Hoffentlich kommen ein paar Leute“, denkt der Bezirksdienstbeamte, als er an diesem Mittwoch zur ersten Bürgersprechstunde nach St. Vit aufbricht. Sein Bangen ist unbegründet. Lange bleibt er nicht allein, und sogar eine Anzeige muss er aufnehmen. Im November hat der 55-Jährige seine Idee verwirklicht, in St. Vit und in Batenhorst eine monatliche Bürgersprechstunde anzubieten. Für diese zwei Ortsteile ist der seit April 2013 im Bezirksdienst Wiedenbrück tätige Polizist zuständig. Mit zwei weiteren Kollegen hat er im Stadthaus Wiedenbrück seinen Stützpunkt. Dorthin mussten bisher auch die Ortsteilbewohner kommen, wenn sie ihn persönlich sprechen wollten. Nun bietet er ihnen vor Ort eine Anlaufstelle. „Ich möchte der persönliche Dorfsheriff für die Bürger sein, damit sie ihre Wünsche, Ängste und Anregungen in angenehmer Atmosphäre mitteilen können“, berichtet der Mann mit dem offenen Lächeln über seine Absicht, mehr Nähe zu schaffen.

Das neue Projekt laufe gut an, zeigt er sich zufrieden. An jedem ersten Mittwoch im Monat kann man ihn im Vitusdorf treffen, an jedem ersten Donnerstag in Batenhorst – jeweils im Feuerwehrgerätehaus. Die Blauröcke haben sich, als der engagierte Polizist nach kostenneutralen Beratungsräumlichkeiten suchte, sehr kooperativ gezeigt, berichtet er rückblickend. Nun kann er mit ein bisschen Möbelrücken genau die Atmosphäre bieten, die er sich für vertrauensvolle Gespräche wünscht: Er verfügt über einen größeren Raum, Toiletten und eine Küche, in der er Kaffee kochen kann. Den stiftet er übrigens ebenso wie die Kekse, die er mit im Gepäck hat.

Etwa drei bis vier Bürger haben Jürgen Zielinski durchschnittlich während der bisherigen Sprechstunden besucht. Gleich zweimal ging es um Internetbetrug. Ein Beispiel: Die Eltern hatten mit Blick auf das Weihnachtsfest Spielzeug bestellt und bezahlt – doch es wurde nicht geliefert. Zielinski nimmt, wenn gewünscht, gleich vor Ort Anzeigen schriftlich entgegen. Insgesamt und speziell vor Weihnachten würden Internetbetrügereien zunehmen: „Das bekomme ich täglich auf den Tisch“, berichtet er über seine Erfahrungen.

Mehr zum Thema in der Rheda-Wiedenbrücker Ausgabe vom Samstag, 3. Januar. 2015

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