„Aufbau West“ bricht nach Vietnam auf
Tristan Ladwein
Auf Einladung des Goethe-Instituts wird die Band „Aufbau West“ in Vietnam auftreten. Für die vier Musiker Jendrik Leisman, Florian Berres, Sebastian Gödde und Martin Kuntze (v. l.) ist es die erste Auslandstour als Hauptband.
Tristan Ladwein

Einen großen Koffer hat sich der gebürtige St. Viter schon für die Asienreise zugelegt, die er und seine drei Musikerfreunde im November antreten werden.

Das Goethe-Institut hat die vierköpfige Band „Aufbau West“ eingeladen. Vier Auftritte werden die Musiker aus Westfalen während ihrer Vietnam-Tour geben – zwei in der nördlich gelegenen Hauptstadt Hanoi, eines in der Hafenstadt Hai Phong und das letzte in der südlichen Ho-Chi-Minh-Stadt, früher Saigon – und so einen Eindruck deutscher Musik vermitteln. Für die Gruppe, die sich erst Anfang 2011 gegründet hat, wird es die erste Auslandstour als Hauptband sein.

Bei einem gemeinsamen Konzert haben sich Florian Berres (Gesang, Gitarre) aus Geseke, der aus St. Vit stammende Schlagzeuger Sebastian Gödde, Jendrik Leismann (Bass) aus Ahlen und Martin Kuntze (Keyboard) aus Münster kennen gelernt. „Es ist schwierig, Leute zu finden, die ähnlich ambitioniert sind“, erklärt Florian Berres, der die Texte schreibt, was die vier Musiker aus Leidenschaft besonders zusammenschweißt.

„Für mich war schon früh klar, dass ich Musik machen will und nichts anderes“, sagt Sebastian Gödde. Zwar hat er zunächst Bankkaufmann gelernt, doch mittlerweile haben sich alle Bandmitglieder professionell der Musik verschrieben. Etwa fünfmal die Woche wird in Münster geprobt. „Wir nehmen das Ganze echt ernst“, sagt der Schlagzeuger, der früher sein Taschengeld für den Instrumentalunterricht sparte.

Gefühl des Verlassenseins

Nun also werden die Jungs von „Aufbau West“ mit ihrem Song namens „Vietnam“ im Gepäck in der südostasiatischen Volksrepublik auftreten. Das mag politischer klingen, als es ist. Sie hätten nach einem interessanten Bandnamen gesucht, erklärt Sänger Florian. Frustriert von dem, was es an Musik gab, sei man angetreten, um etwas Eigenes zu machen. „Wir sind eine Indie-Band, die Hip Hop spielt und mit Punk-Attitüde vorträgt“, versucht er, nach einer Charakterisierung gefragt, den Stil von „Aufbau West“ auf den Punkt zu bringen.

Zu hören ist dies nicht nur bei Live-Auftritten. 2011 wurde die erste EP „Schüsse in Öfen“ produziert. Auf die Band aufmerksam geworden, nahm Jennifer Weist, Frontfrau der Band „Jennifer Rostock“, mit „Aufbau West“ die Single „Die sicher schlimmste Wahl“ auf. In dem Lied „Vietnam“ thematisiert Florian Berres das Ende einer Beziehung. Er habe das Gefühl beschreiben wollen, „wie es ist, verlassen zu werden“. Dabei ziehe er den Vergleich zu einem Krieg heran. In dem Song heißt es: „Mann, ich habe gestern meinen Humor verloren, das war ein bisschen wie Vietnam.“

„Groß gegriffen“ sei das Bild, ist sich Berres bewusst, dass das kraftvolle sprachliche Mittel irritieren könnte. „Aufbau West“ nehme Themen auf, die die vier jungen Männer zwischen 23 und 27 Jahren beschäftigen, berichtet Berres. So können sie etwa davon singen, wie es ist, auf dem Dorf groß zu werden. Gleichzeitig, so betont Sebastian Gödde, sei es ihm wichtig, nicht zu vergessen, wo seine Wurzeln liegen.

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