Ausnahmezustand in der Altstadt
Bild: von Stockum
Tara und Marc kämpften am Rand des Kirchplatzes mit der bunten Zuckerwatte. Bis heute Abend ist der Rummel in der Wiedenbrücker Altstadt noch geöffnet.
Bild: von Stockum

Wer dem wolkenlosen Himmel noch ein Stück näher sein wollte und gleichzeitig über eine gesunde Magenstruktur verfügte, der ließ sich in einem der aufwändigen Fahrgeschäfte in luftige Höhen tragen. „Wenn’s nicht wurscht ist, wo er seine Wurst isst“, so prangt es in bunten Lettern an einem der zahllosen Imbissbe

triebe in der Wiedenbrücker Altstadt, dann führt kein Weg an der Herbstkirmes vorbei. „Nächste Runde rückwärts“, schallte es in regelmäßigem Abstand über den Markt, untermalt von jauchzenden Musik-Express-Begeisterten, während im Schatten der Aegidiuskirche stetig die Frage erneuert wurde: „Habt ihr immer noch nicht genug?“ Das Wort Ausnahmezustand haben Schausteller und Organisatoren einmal mehr mit Inhalten gefüllt.

Weitgehend beschaulicher, wenn auch nicht weniger geschäftig, ging es rund um den Rummelplatz zu. Nachdem den Kaufleuten am Samstag ob des Tags der Deutschen Einheit keine Chance gegeben worden war, ihre Schnäppchen unters Volk zu bringen, ließen sie am Sonntag nichts anbrennen. Apropos brennen: Das von Schaustellern und der Brauerei Hohenfelde finanzierte Feuerwerk, das am Samstagabend den Himmel über Wiedenbrück in ein buntes Farbenmeer verwandelt hatte, ließ keine Wünsche offen. Die verantwortlichen Pyrotechniker der Firma Schneider aus Goslar hatten ganze Arbeit geleistet.

Finaler Höhepunkt ist der Kirmesmontag. Bis 15 Uhr verwandeln etwa 160 reisende Händler die Lange Straße in ein Warenhaus der besonderen Art. „Dort gibt es alles, was das Herz begehrt“, versprechen die Veranstalter. Von Blumenzwiebeln über Bergkäse und von Unterwäsche bis zum Oberhemd soll alles Mögliche dabei sein, mal ganz abgesehen von Dauerbrennern wie Wunderkleber, Pferdebalsam und sagenhaften Reinigungsprodukten. Während der Rubel an den Ständen bereits ab 8 Uhr rollt, dreht sich der Rummel nebenan um 11 Uhr weiter.

Der letzte Schuss an der Schießbude fällt am Montag um 22 Uhr – zumindest in Wiedenbrück. Denn wer noch nicht genug von dem bunten Treiben hat, dem sei der Andreasmarkt in Rheda ans Herz gelegt: Das nächste Volksfest im Veranstaltungskalender der Stadt beginnt am Freitag, 13. November.

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