Ausschuss besucht Gesamtschule
Bild: Werneke
Bequeme Stühle, klare Regeln: In einem Klassenzimmer in Rheda erklärt die leitende Gesamtschuldirektorin Christiane Kociszewska den Gästen das „Smiley“-System, rechts neben ihr ist Volker Brüggenjürgen, Vorsitzender des Schulausschusses, zu sehen.
Bild: Werneke

„Die Kinder kommen gerne“, erfuhren sie von Schulleiterin Christiane Kociszewska während des Rundgangs. Das kann sich manch einer der interessierten Besucher, darunter auch einige Pädagogen, nach der Erkundung der Räume und Ausstattung nun anschaulich vorstellen. „Es geht darum, eine konzeptionelle Idee des Lebens- und Lernorts zu bekommen“, hatte Ausschussvorsitzender Volker Brüggenjürgen (Grüne) zur Begrüßung in der Eingangshalle an der Fürst-Bentheim-Straße 55 in Rheda gesagt. Während der Begehung wurde deutlich, wie wichtig Flexibilität und differenziertes Arbeiten in einer heterogenen Schülerschaft sind. Ein Lehrerschrank im Klassenraum zum Beispiel beherbergt Differenzierungsmaterial, so dass für jedes der im September aufgenommenen Kinder das passende Angebot zur Hand ist. Die leuchtend roten, bequemen Schwingstühle in den Klassenzimmern stehen an Dreieckstischen. Diese lassen sich unkompliziert bewegen und für Gruppenarbeit zusammenstellen, zumal sie vorn über Rollen verfügen. „Wir haben einen 90-Minuten-Takt“, informierte Schulleiterin Kociszewska. Das bringe eine gewisse Beruhigung mit sich, zugleich erfordere diese Art des Unterrichts, verschiedene Lernformen. „So lange kann man keinen Frontalunterricht ertragen“, sagte die 51-Jährige und betonte, dass kooperative Lernformen zum Schulkonzept gehören.

Moderne Technik

Und weil Gruppenarbeit auch dazu verlocke, Blödsinn zu machen, wie Christiane Kociszewska lächelnd anmerkte, gibt es für die mehr als 210 Jungen und Mädchen Regeln. „Smileys“ in Ampelfarben helfen dabei, dem Schüler zu zeigen, wann sein Verhalten im grünen Bereich ist. Läuft es schlecht, riskiert er eine „roten Karte“ und einen Eintrag ins Logbuch, das auch die Eltern einsehen. Weiße Tafeln und Bretter, auf denen sich Gruppenarbeitsergebnisse erfassen und präsentieren lassen, sowie technische Möglichkeiten, die Flexibilität erlauben, gehören ebenfalls zur Ausstattung in den Klassenräumen. Jeder Lehrerplatz dort verfügt über einen PC, Beamer und Visualizer (er eignet sich für Vergrößerungen), und die Computer sind miteinander vernetzt. Die Pädagogen wiederum haben in einem Lehrerarbeitsraum in Rheda – ihn gibt es zusätzlich zum Lehrerzimmer – die Möglichkeit, an zehn PC-Arbeitsplätzen ihre Materialien am Computer aufzubereiten.

Jahrgänge erhalten Farben

Zwei Standorte, ein Konzept – das veranschaulicht bereits das Farbenspiel in den beiden Schulgebäuden. Jeder Jahrgang erhält seine eigene Farbe. In den jeweiligen Eingangsbereichen an der Fürst-Bentheim-Straße und am Burgweg bilden alle zusammen eine bunte Fläche. Zurzeit sind erst die warmen Gelbtöne für die Kleinen gefragt, doch demnächst werden auch andere Bereiche des Spektrums zu Ehren kommen. Ist im kommenden Schuljahr die Nachfrage so wie bisher, werde sich, so vermutet die leitende Gesamtschuldirektorin, das jetzt 18-köpfige Kollegium um zirka 16 Stellen erweitern.

Dann werde auch das größere Lehrerzimmer in Wiedenbrück an Bedeutung gewinnen. Es befindet sich wie auch drei Klassenräume, ein Differenzierungs- und ein Mehrzweckraum im zweiten Obergeschoss des Ketteler-Schulgebäudes, Verwaltungsräumlichkeiten stehen dort im ersten Obergeschoss zur Verfügung. Der Differenzierungsraum am Wiedenbrücker Standort ist sinnvoll für die Arbeit in der Inklusionsklasse, die 25 Schüler zählt und von einem Team, dem eine Förderschullehrerin (16 Wochenstunden) angehört, unterrichtet wird.

Bewegung und soziales Lernen

Der Besen an der Wand zu den Klassentüren, Bälle und Seilchen in großen gelben Kisten: Sie veranschaulichen, dass in der acht Klassen zählenden Einrichtung (drei in Wiedenbrück und fünf in Rheda) Wert auf Bewegung und soziales Lernen gelegt wird. „Wir haben einen Ordnungsdienst, Mensadienst, Materialdienst und Klassenbuchdienst“, zählte die Schulleiterin eine Reihe von Aufgaben auf. Die Klassenverbände gehen gemeinsam zur Mensa, und während der sich anschließenden einstündigen Mittagspause können die Kinder  drinnen oder draußen spielen, erläuterte sie.

SOCIAL BOOKMARKS