Ausstellung erinnert an Heinz Sprenger
Bild: Kinder
„Ostpreußische Weite“ lautet der Titel des Bildes von Heinz Sprenger von 1954, vor dem Kuratorin Sabine Marzinkewitsch und Manfred Schumacher im Wiedenbrücker-Schule-Museum stehen. Vom morgigen Samstag bis Sonntag, 9. November, werden dort Werke des ostpreußischen Künstlers, der 20 Jahre in der Doppelstadt gelebt hat, präsentiert. Auch ein Selbstbildnis aus dem Jahr 1946 ist dabei.
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Am morgigen Samstag um 19.30 Uhr wird die Ausstellung im Wiedenbrücker-Schule-Museum an der Hoetgergasse 1 eröffnet wird. Anlässlich des Geburtstags des Künstlers – er wäre heute auf den Tag genau 100 Jahre alt geworden – hat die Kunsthistorikerin in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Wiedenbrück-Reckenberg die Ausstellung von 20 Sprenger-Werken initiiert. Malereien auf Leinwand aus seiner gesamten Schaffenszeit, die von 1946 bis kurz vor seinem Tod im Jahr 1984 reichte, werden bis Sonntag, 9. November, dort präsentiert. Das Ostpreußische Landesmuseum Lüneburg stellt einen Großteil der Bilder zur Verfügung, dort kümmert man sich um den Nachlass von Heinz Sprenger. Zur Eröffnung am morgigen Samstag wird Kurator Dr. Jörn Barfod um 19.30 Uhr eine Einführung in das Werk des Künstlers geben. Wer die Bilder Sprengers auf sich wirken lasse, der empfinde laut Sabine Marzinkewitsch das Gefühl, „direkt in der Natur“ zu sein. Ehrfurcht spiegle sich in den Werken ebenso wider. Deshalb haben die Verantwortlichen auch den Titel „Erhabenheit der Natur“ für die Ausstellung gewählt.

„Klare Formen und kräftige Farben“ sind laut Sabine Marzinkewitsch zudem die Kennzeichen, die die Werke des ostpreußischen Künstlers ausmachen. Sie bezeichnet ihn weiter als ausgezeichneten Naturbeobachter. „Das Besondere an seinen Werken ist die Dramatik“, hebt die Kuratorin hervor. Es seien keine „verträumten Sonntagslandschaften“, sondern er zeige beispielsweise realistisch, nahezu bedrohliche Gewitterwolken, die über der Außenalster in Hamburg stehen. Auch die Weite einer Dünenlandschaft könne der Betrachter nachempfinden. 1914 in Cranz bei Königsberg geboren, kam Heinz Sprenger 1946 als Vertriebener in die Emsstadt, lebte und arbeite 20 Jahre vor Ort. Zuvor hatte er an der Königsberger Kunstakademie bei Eduard Bischoff studiert. Parallel zum Wohnsitz in Wiedenbrück, im Haus Auf der Warte 16, besuchte er regelmäßig die Nordsee-Insel Sylt und eröffnete zudem 1961 sein zweites Atelier in Timmendorfer Strand an der Lübecker Bucht. Dort lebte er mit Ehefrau Evelyn bis zu seinem Tod im September 1984.

Kunst zur Überwindung des Heimatverlusts

Zeit seines Lebens war Heinz Sprenger laut Sabine Marzinkewitsch von der Größe und Gewalt der Natur fasziniert. Das zeige sich auch in den ausgewählten Werken im Wiedenbrücker-Schule-Museum. Mit Rückgriff auf seine bewegte Biographie erkennt die Kunsthistorikerin in den Werken Sprengers auch die Überwindung für den Verlust der Heimat. Für die Ausstellung zu Ehren des Künstlers habe man sich entschieden, da er eine „historische und regionale Bedeutung für die Stadt“ trage. Viele Bewohner haben Heinz Sprenger persönlich gekannt und können sich laut Sabine Marzinkewitsch an seine Erscheinung und nette Gespräche mit ihm erinnern. „Er ist ein Teil unserer Stadtgeschichte“, betont Manfred Schumacher, Vorsitzender des Heimatvereins Wiedenbrück-Reckenberg, der die Ausstellung mit initiiert hat. Der Eintritt zur Ausstellung „Erhabenheit der Natur - 100 Jahre Heinz Sprenger“ ist frei. Nach der Eröffnung am morgigen Samstag sind die Räumlichkeiten an der Hoetgergasse 1 in Wiedenbrück mittwochs bis samstags von 10 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Sonntags kann die Ausstellung von 15 bis 17 Uhr besucht werden. Weitere Informationen im Internet unter: www.wiedenbrücker- schule.de

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