Ausstellung im Lehrinstitut für Design
Bild: Werneke
Die aktuellen Abschlussabsolventen des Lehrinstituts für Design in Rheda-Wiedenbrück zeigen ihre Arbeiten nun in einer Ausstellung. Das Bild zeigt sie mit einigen Dozenten.
Bild: Werneke

Sie stellen nun die Arbeiten aus ihren Bewerbungsmappen vor. Das Foto der Eisenbahnmodellfiguren, die auf dem Knäckebrotgebirge klettern, veranschaulicht die Kreativität der Abschlussschüler. Zugleich waren die „Gipfelstürmer“ zielstrebig. Bis auf einen haben sich alle an mindestens einer Einrichtung erfolgreich beworben. Die Knäckebrotarbeit stammt von Kim Bünermann. „Ich wollte möglichst realistische Welten erstellen“, erklärt sie zu ihren Lebensmittelfotografien und wartet auch mit einem Boot auf einem Wackelpuddingsee und Skifahrern in einer Vanilleeislandschaft auf. Fotodesign ist einer der fünf Fachbereiche, in denen gelehrt wird. Für Architektur/Innenarchitektur gab es dieses Mal keinen Interessenten. Dafür ist die Modedesign (fünf Absolventen), das im vorigen Jahr in der Ausstellung fehlte, wieder vertreten. Vom durch den Film „Frühstück bei Tiffany“ inspirierten Kostüm bis hin zum Oberteil, das 400 von Hand angenähte Kugelknöpfe zieren, reichen die selbst entworfenen und geschneiderten Kleidungsstücke. Die Entstehung eines Carving-Schlittens hat ein Absolvent im Bereich Produktdesign skizziert.

Mülltaucher und mehr

Die meisten Absolventen jedoch sind dem Bereich Grafikdesign zuzuordnen. „Wir versuchen, mit vielen Techniken zu arbeiten“, erläutert Bert Weigel vom Leitungsteam des Lehrinstituts, dass es zunächst darum geht, technische Fertigkeiten zu vermitteln. Auf dieser Basis können die Schüler kreativ tätig werden. Collagen mit Papierschnipseln, der Griff zu Stiften und Schablonen, Nitrofrottage, Camouflageoptik, Holzschnitt und Computer – es gibt viele Möglichkeiten, seine Ideen auszudrücken. Die Inhalte sind nicht selten kritisch und aktuell. Antikampagnen zum Thema Werbung gehören ebenso dazu wie Denkanstöße zur Wegwerfgesellschaft. Dem „Dumpster Diving“ also Mülltauchen etwa widmet sich eine Werkreihe. Rassismus, Ausbeutung, Alkoholismus – die Ausstellung regt auf mannigfatige Weise zum Innehalten ein. Wie verändert das Smartphone die Realität? Dieser Frage geht Phoebe Knechtel nach. Unter anderem greift sie auf den altbekannten „Struwwelpeter“ in ihrer Arbeit „HansguckaufdasSmartphone“ zurück. Sie lässt darin eine Masse abgelenkter Handynutzer auf eine Kante zusteuern, der Sturz droht.

Eröffnung am Sonntag

Die Abschlussausstellung der aktuellen Absolventen des Lehrinstituts für Design wird am  Sonntag, 22. Juni,  an der Ringstraße 155 in Rheda eröffnet und kann von 11 bis 14 Uhr besucht werden. Sie ist bis einschließlich Freitag, 27. Juni, Montag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr und Freitag von 10 bis 15 Uhr geöffnet.

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