B 55: Stromleitung teurer als Ampel
Foto: Lakämper-Lührs
Vorbereitende Maßnahmen zur Errichtung einer neuen Ampelanlage werden derzeit an der Bundesstraße 55 in Batenhorst getroffen.
Foto: Lakämper-Lührs

Das Toilettenhäuschen kündete am Montag als erstes von bevorstehenden Bauarbeiten. Wenig später wurde auf der Abbiegespur der Bundesstraße 55 nach Wiedenbrück ein Sperrwagen aufgestellt. Dann rollte der Bagger für Vorbereitungsmaßnahmen für eine Ampelanlage.

Vorbereitende Arbeiten gestartet

Die Kreuzung in Batenhorst hat sich in den vergangenen Jahren als Unfallschwerpunkt erwiesen. Blitzer und Tempolimit hatten nicht den gewünschten Effekt. Von Langenberg kommend unterschätzt mancher die Geschwindigkeit des Gegenverkehrs, von der Beckumer Straße kommend waren Links- und Rechtsabbieger aus dem gleichen Grund Unfallverursacher.

Zunächst werden Fundamente für die Schaltanlage errichtet und Leerrohre für die Signalsteuerung verlegt. Diese Arbeiten dauern gut eine Woche. Im Juli werden die Ampelmasten errichtet, Kameras montiert und die Lichtsignalanlage installiert. Dann muss auch die Stromzufuhr fertiggestellt sein. Sie wird über 500 Meter entlang der Beckumer Straße neu errichtet, weil an diesem zentralen Verkehrsknoten bisher keine elektrischen Leitungen nutzbar sind.

Verkehr kann weiterhin rollen

„Die Sicherstellung der Stromzufuhr kostet 78.000 Euro und ist damit teurer als die hochmoderne Ampelanlage“, sagt Sven Johanning von Straßen NRW. Weil die Steuerung von der Verkehrsdichte auf der Bundesstraße und der Beckumer Straße getaktet werden soll, ist die Anlage mit 70.000 Euro aber ebenfalls kein Schnäppchen. Kameras werden den Bereich Tag und Nacht im Auge haben und die Durchfahrt bedarfsgerecht freigeben.

Der Verkehr wird durch die Bauarbeiten kaum beeinträchtigt, denn die Fahrbahnen werden nur zeitweise eingeschränkt nutzbar sein. Johanning: „Die größte Störung dürften die Markierungsarbeiten verursachen, schließlich müssen neue Rechts- und Links-Abbiegespuren für die Beckumer Straße und erstmals die üblichen Haltelinien auf der Bundesstraße eingezeichnet werden.“

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