Barbara Körkemeier stellt Bilder aus
Bild: Schulte-Nölle
Vielseitig: 13 Bilder der renommierten Künstlerin Barbara Körkemeier sind ab Sonntag in der Werkstatt Bleichhäuschen am Steinweg in Rheda zu sehen. Die Schau steht unter dem Titel „Vorübergehend“.
Bild: Schulte-Nölle

Zu entdecken gibt es dabei neben bekannten Pinselstrichen vor allem farbintensive Träume von Natur. Barbara Körkemeiers Markenzeichen, die roten Ecken und Kanten: Sie haben zumindest für den fünfteiligen Werkzyklus rund um eine Teichkulisse ausgedient. Statt ihrer ziehen sich nun rote und orangefarbene Flächen wie der sprichwörtliche Rote Faden durch die Bilderfolge.

Teichmotiv ein Stück Autobiografie

Im Mittelpunkt: ein ruhiger Tümpel, geschaffen aus der Erinnerung nach realem Vorbild – dem Nikolassee im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf, Körkemeiers erste Heimat und Stätte ihrer Jugend. Sie denke in letzter Zeit oft an Berlin, sagt die 74-Jährige im Gespräch mit der Presse. Und schließlich sei die Kunst immer auch ein Stück Autobiografie.

Um das Traumbild des Sees rankt sich in ihren Bildern kraftvolle Natur. Mal erscheint sie ungezähmt und urwüchsig, mal geformt von der akkuraten Hand der Zivilisation. Das erste Werk der Reihe gleicht dabei einer Märchenwelt. Am Uferrand beugt sich ein krötenhaft hockender Mensch über den Wasserspiegel. Im Hintergrund lugt das Antlitz eines koboldartigen Wesens durch das hohe Gras. Orange, Gelb und Rot durchfllimmern die sattgrüne Szenerie und steigen als lodernde Säule in den dunklen Himmel empor. Im Verlauf des Zyklus’ ändert sich nicht nur das Motiv in Teilen, auch Blickwinkel und Lichtgebung geraten in Fluss. Am Ende steht ein wilder Tanz aus Formen und Farben, als ob sich Naturgeister ineinander verwoben hätten und um die Vormacht streiten.

Intuition führte Pinsel

Die Ausstellung steht unter dem Titel „Vorübergehend“ und wird am Sonntag um 14 Uhr eröffnet. Im Anschluss ist die Schau dort bis Sonntag, 31. März, zu sehen. Das Bleichhäuschen hat montags bis donnerstags von 15 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Dazu passt der Schaffensprozess, wie Barbara Körkemeier ihn beschreibt. Statt Struktur führte Intuition diesmal den Pinsel. Sie habe mit einer beliebigen Farbe eine Fläche auf der Leinwand angelegt und sich dann von dieser Grundstimmung leiten lassen, sagt sie und ergänzt: „Das ist ein bisschen wie Kindermalen.“ Traditioneller geht es in den anderen Bildern zu, die derzeit im Bleichhäuschen zu sehen sind. So zeigt Körkemeier unter anderem drei figürliche Malereien – wobei, wer genauer hinsieht, auch dort eine Varianz des Vertrauten entdecken kann. So hat die 74-Jährige für den Ausblick auf eine Frau im Fenster einen ornamentierten Rundbogenabschluss gewählt. Und sich ganz bewusst auch dort von ihren Ecken verabschiedet.

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