Bauarbeiten für Lidl in Wiedenbrück gestoppt
Bild: Sudbrock
Ruhe herrscht inzwischen wieder auf der Baustelle für den künftigen Lidl-Markt in Wiedenbrück. Das war in den vergangenen Tagen offenbar nicht immer so. Weil ohne gültige Genehmigung unter anderem eine großflächige Rampenanlage betoniert wurde, schaltete sich die kommunale Bauordnung ein.
Bild: Sudbrock

Rathaussprecherin Maximiliane Plöger bestätigte auf Nachfrage der „Glocke“, dass auf dem ehemaligen Gelände des Autohauses Bautätigkeiten stattgefunden hätten, „obwohl noch keine Genehmigung vorliegt“. Dabei habe es sich unter anderem um das Betonieren einer großflächigen Rampenanlage für den künftigen Supermarkt gehandelt.

Nur Abbruchgenehmigung erteilt

Laut Plöger gibt es bislang lediglich eine Abbruchgenehmigung für die Bestandsimmobilie. „Neben Tätigkeiten in diesem Kontext hatte der Bauherr die Möglichkeit, bereits vorbereitende Arbeiten durchzuführen“, sagt die Stadtsprecherin. Das habe beispielsweise die Aufstellung des Baukrans, das Abschieben des Oberbodens und die Einrichtung der Baustelle umfasst.

Weil auf dem Gelände an der viel befahrenen Kreuzung Nordring/Bielefelder Straße aber offenbar bereits mehr als zulässig passiert ist, habe sich die Bauordnung in den Fall eingeschaltet. „Am Donnerstag, 11. April, wurden der Bauherr und sein Architekt schriftlich aufgefordert, die Tätigkeiten auf der Baustelle auf die nicht genehmigungspflichtigen Arbeiten zu beschränken“, erläutert Maximiliane Plöger. Das sei auch umgesetzt worden.

Bauordnung schreitet ein

Trotzdem hat sich die Bauordnung der Stadt Rheda-Wiedenbrück zu Beginn der Folgewoche erneut bemüßigt gefühlt, aktiv zu werden. Am Montag, 15. April, habe die Verwaltung ihre Anordnungen „wiederholt und bekräftigt, so dass am Nachmittag kein Bauarbeiter mehr vor Ort war“. Inzwischen laufe ein ordnungsbehördliches Verfahren, in dem der Fall aufgearbeitet werde.

Letzte Ratsentscheidung steht noch aus

Für den Lidl-Neubau müssen sowohl der Flächennutzungs- als auch der Bebauungsplan für den Bereich geändert werden. Weil ein Lärmschutzgutachten zu spät eintraf, hat der Stadtrat die Entscheidung über die Bebauungsplanänderung jedoch im März von der Tagesordnung genommen. Insofern konnte die Bezirksregierung Detmold als Genehmigungsbehörde bislang auch nicht ihre Zustimmung zu der Bebauungsplanänderung erteilen. Dementsprechend gibt es auch noch keine Baugenehmigung seitens der Stadt für den heimischen Investor, der die Immobilie errichten und dann langfristig an Lidl vermieten will. Der Bauherr wollte sich am Dienstag auf Nachfrage der „Glocke“ nicht äußern.

Mit Blick auf das in der März-Ratssitzung wider Erwarten ins Stocken geratene Bebauungsplanverfahren für den Lidl teilt Maximiliane Plöger auf Nachfrage mit: „Über das Thema wird voraussichtlich in der nächsten Ratssitzung am Montag, 20. Mai, erneut beraten.“

Weiterer zeitlicher Ablauf ungewiss

Bis zur Ausfertigung einer Baugenehmigung auf Grundlage der geänderten Pläne könnten weitere Wochen oder gar Monate ins Land ziehen. Das bedeutet, dass sich erstmal nichts Entscheidendes auf der Baustelle an der Bielefelder Straße tun kann.

Lidl will eigentlich im September eröffnen

Ob der Eröffnungstermin für den Discounter vor diesem Hintergrund noch einzuhalten ist, scheint fraglich. Noch im Oktober 2018 hatte Lidl erklärt, dass man „im September, spätestens aber im Oktober“ am neuen Standort eröffnen wolle. Als Bauzeit wurden damals fünf Monate angegeben. Bei Lidl geht man offenbar nach wie vor davon aus, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. Auf Nachfrage ließ die Pressestelle der europaweit agierenden Handelskette wissen: „Aktuell planen wir die Neueröffnung der Filiale an der Bielefelder Straße für Mitte September 2019.“

Grundstückssuche auch in Rheda

Lidl lässt die Immobilie von einem Investor errichten und mietet sie dann für mindestens 15 Jahre. Danach gibt es eine Option auf weitere 15 Jahre. Der Standort am Feldhüserweg soll im Gegenzug geschlossen werden. Im Stadtteil Rheda wäre über kurz oder lang aber eine weitere Lidl-Filiale denkbar. Man sei dort auf der Suche nach geeigneten Flächen, verlautete vom Lidl-Stammsitz in Neckarsulm.

SOCIAL BOOKMARKS