Bauland in den Dörfern ein knappes Gut
Bild: Sudbrock
Politische Bestandsaufnahme und erste Weichenstellungen für die Kommunalwahl: In Lintel haben sich am Sonntag CDU-Mitglieder aus ganz Rheda-Wiedenbrück getroffen. Elmar Brok, Raphael Tigges, Ralph Brinkhaus und Bürgermeister Theo Mettenborg konnten der Linteler Ortsverbandsvorsitzende Johannes Deittert sowie sein St. Viter Kollege Dieter Feldmann (v.l.) als Ehrengäste begrüßen.
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Einmal mehr prominent besetzt war die Riege der Ehrengäste beim gemeinsamen Neujahrsempfang der CDU-Ortsverbände Lintel und Batenhorst/St. Vit. Außer dem früheren Europaparlamentarier Elmar Brok hatten Landtagsmitglied Raphael Tigges, CDU/CSU-Bundestagsfraktionschef Ralph Brinkhaus und Bürgermeister Theo Mettenborg den Weg auf den Hof Becker am Jagdweg in Lintel gefunden.

Lanze gebrochen für die kleinen Stadtteile

Johannes Deittert brach als Gastgeber und Vorsitzender der Ortsunion Lintel in seiner Begrüßungsansprache eine Lanze für die kleinen Stadtteile. Sowohl für St. Vit als auch für Batenhorst und Lintel sei die zeitnahe Ausweisung weiterer Neubaugebiete von besonderer Bedeutung, sagte der 35-Jährige. Denn funktionierende Dorfmittelpunkte seien essenziell, um als eigenständige Einheiten wahrgenommen zu werden.

In die Karten spielt den drei kleineren Stadtteilen nach Worten Deitterts, dass für sie Dorfkernentwicklungskonzepte in Vorbereitung seien. Diese eröffneten den drei Orten dringend benötigte Zukunftsperspektiven. In diesem Zusammenhang warb er für ein Dorfgemeinschaftshaus für Lintel nach St. Viter Vorbild. Dort entsteht zurzeit mit viel ehrenamtlichem Engagement im Küsterhaus ein neuer Treffpunkt.

Stadt sichert sich Flächen

Die Anregungen des Linteler CDU-Vorsitzenden griff Bürgermeister Theo Mettenborg in seiner Rede auf. „Wir haben gekauft und wir werden weiter kaufen“, erklärte das Stadtoberhaupt mit Blick auf die Forderung nach zusätzlichem öffentlichen Bauland. Durch den Erwerb der nötigen Flächen schaffe man dafür aktuell die Grundlage. Auch ein Dorfgemeinschaftshaus in Lintel könne er sich gut vorstellen, sagte der Rathauschef. Details nannte er aber nicht.

Konkreter wurde Mettenborg in Sachen Stadthalle. Das Millionenprojekt steht kurz vor dem Abschluss. Erfreulich sei, dass der zuvor festgesetzte Kostenrahmen nicht komplett ausgeschöpft werden müsse. „Wir haben mit dem einen oder anderen Puffer gearbeitet.“ Keinen Zweifel gibt es für Theo Mettenborg daran, dass eine Stadthalle in einer fast 50.000 Einwohner zählenden Kommune wie Rheda-Wiedenbrück kein Überfluss ist. Allein schon, um den Vereinen einen Veranstaltungsort bieten zu können, sei sie wichtig.

Kritik an WDR-Beitrag

Elmar Brok, gern gesehener Stammgast beim Neujahrsempfang, ist davon überzeugt, dass Europa dank der neuen EU-Ratspräsidentin Ursula von der Leyen auf einem guten Kurs ist. Die Chancen, die Völkergemeinschaft voranzubringen, seien enorm. Kein Verständnis kann der ehemalige Abgeordnete des EU-Parlaments für die deutschen Sozialdemokraten aufbringen, die von der Leyen ihre Unterstützung versagt hatten.

Dass international die Erkenntnis reife, dass es „nur eine Welt mit einem Klima“ gibt, mache Mut, sagte Brok. Kritik übte er indes an dem umstrittenen WDR-Beitrag zum Thema Klimaschutz. „Man kann nicht eine ganze Generation als Umweltsäue beleidigen und danach behaupten, es habe sich um eine Satire gehandelt“, betonte Brok.

Klimaschutz als Gewinn

Das Thema Klimaschutz griff am Sonntag in Lintel auch Bundestagsabgeordneter Ralph Brinkhaus auf. Er unterstrich, dass Generationengerechtigkeit auch bedeute, verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen. Ein Zuschussgeschäft ist die Rücksichtnahme auf die Umwelt dabei seiner Meinung nach nicht zwingend: „Durch den Einsatz neuer Technologien kann man Nachhaltigkeit auch zu einem wirtschaftlichen Gewinnthema machen.“ Überhaupt gelte es, die deutsche Industrie zukunftssicher aufzustellen, denn: „Die anderen auf der Welt schlafen auch nicht.“ Brinkhaus mahnte ein wettbewerbsfähigeres Unternehmenssteuerrecht in Deutschland an.

Erster ausgeglichener Haushalt seit 45 Jahren

Auf einem guten Weg sieht Landtagsmitglied Raphael Tigges Nordrhein-Westfalen. Er verwies darauf, dass die schwarz-gelbe Regierung in Düsseldorf den ersten ausgeglichenen Haushalt seit 45 Jahren vorgelegt habe. Das schaffe den nötigen Spielraum für zusätzliche Investitionen, beispielsweise bei der personellen Aufstockung der Polizei. Frühkindliche Förderung, Infrastrukturmaßnahmen für Sportvereine und der Kampf gegen den Hausärztemangel seien weitere Themen, die die Landesregierung angepackt habe.

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