Beim „Karneval 2.0“ fliegen Schoko-Eier
Bild: Nienaber
So bunt wie in Rio: Die Herzdamen der KG „Helü“ holten Samba und Zuckerhut in die Doppelstadt an der Ems. Insgesamt 46 Fuß-, Musik- und Wagengruppen nahmen zum Nachholtermin am Rheda-Wiedenbrücker Karnevalsumzug teil.
Bild: Nienaber

Stattdessen Sonnenschein pur beim Nachholtermin am Passionssonntag – sehr zur Freude der Rheda-Wiedenbrücker Jecken, die offensichtlich kein Problem damit hatten, kurz vor Ostern eine zünftige Sause zu feiern. „Ist der Karneval auch kurz im Land, sind wir außer Rand und Band“ – unter diesem Motto führte das Rosenmontagskomitee die Parade an und schien vor lauter Glückseligkeit vergessen zu haben, dass die irgendwie schon beendete, irgendwie noch laufende närrische Session dank des Sturmtiefs „Ruzica“ eine der längsten der jüngeren Geschichte geworden war. Statt „ein Drittel mehr“, wie von den Organisatoren prognostiziert, wollten jedoch gegenüber dem Vorjahr etwas weniger Besucher den Umzug 2016 sehen.

Diejenigen aber, die Lust auf den „Karneval 2.0“ hatten, wurden nicht enttäuscht: 46 Fuß-, Musik- und Wagengruppen mit zusammen mehr als 1000 Teilnehmern schlängelten sich auf leicht abgeänderter Strecke durch die Doppelstadt. Auch sonst nahm nicht alles seinen gewohnten Lauf. Zwar ließen die Doppelstadt-Karnevalisten einen wahrhaftigen „Kamelle-Regen“ auf die Jecken prasseln, statt der sonst zusätzlich üblichen Frikadellen flogen diesmal als österliche Vorboten Schoko-Eier von den Wagen. Und siehe da: Selbst aus der Karnevalshochburg Rietberg hatten sich zwei Gruppen auf in die Nachbarstadt gemacht, was laut Kommentator Wilhelm Baumhus eine Premiere darstellte. „Wahnsinn. Was Wetter und Unwetter so alles bewirken können“, freute sich das KG-Helü-Mitglied. Die Wagen aus Varensell und Mastholte zählten zu den schönsten der Themenwagen.

Überhaupt hatten die Wagenbauer ganze Arbeit geleistet und vor allem lokalpolitische Aufregerthemen formschön aus Pappmaché und Co. in Szene gesetzt. „Im Rathaus ist die Kasse schmal, für schlechte Kunst reicht’s allemal“, gab der CVR der Brachum-Skulptur ihr Fett weg. Die St.-Sebastianer-Gruppe Hurmann sah schon das Weltkulturerbe „Schützenfest“ vor die Hunde gehen. Von alledem bekam das Stadtprinzenpaar Sandro Manuela Monni auf seinem Wagen am Ende des Zugs nicht viel mit: Die jecken Tollitäten genossen es sichtlich, dass sie doch noch zu ihren wohlverdienten Abschluss der fünften Jahreszeit kamen.

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