Bergmanns Leben nach dem Beruf beginnt
Bild: Dresmann
Abschied von der Volkshochschule: (v. l.) Bernd Jostkleigrewe, Dr. Rüdiger Krüger, Neu-Ruheständler Arnold Bergmann mit Lebensgefährtin Brigitte Lind sowie Bürgermeister Theo Mettenborg.
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150 Gäste waren in den Luise-Hensel-Saal des Wiedenbrücker Stadthauses gekommen, um ihrem Arno „Tschüss“ zu sagen. So war der Geschenketisch am Ende des Abends reich gefüllt. Es gab aber nicht nur Blumensträuße, Bücher und Wein, sondern auch viele Worte des Lobs.

Die Redner reihten die Komplimente nur so aneinander. „Sie haben Brücken geschlagen, zwischen Alt und Jung, zwischen Schülern und Lehrern, zwischen ganzen Kulturen“, sagte Bürgermeister Theo Mettenborg. Der Ratshauschef betonte die vor allem stets auf die Menschen bezogene Arbeitsweise des 64-jährigen Diplom-Pädagogen.

„Ich habe selten einen Menschen kennengelernt, der so gut zuhören kann“, betonte der ehemalige Bürgermeister und ehemalige VHS-Leiter Bernd Jostkleigrewe. VHS-Leiter Dr. Rüdiger Krüger erinnerte an die frühen 1960er-Jahre, in denen Bergmann studierte. Die in dieser Zeit entstandene kritische Erziehungswissenschaft habe nicht nur Arno Bergmann geprägt, sondern die ganze Volkshochschule Reckenberg-Ems, und er erinnerte an diverse Diskurse. „Du wirst uns bei den Diskussionen fehlen“, war sich Dr. Krüger sicher.

„Ich bin einfach überwältigt, ich finde es irre hier“, waren die ersten Worte Arno Bergmanns, als er gegen Ende der Veranstaltung ans Rednerpult trat. Er erinnerte sich an die Gründung der Fare (Fortbildungsakademie), an den Beginn der offenen Ganztagsschulen und viele weitere Schritte während seiner langen Laufbahn. „Es lohnt sich, hier zu arbeiten“, resümierte Bergmann abschließend überzeugt.

„Es gibt ein Leben nach dem Beruf, und das ist nicht das Schlechteste“, sagte Bernd Jostkleigrewe an seinen Weggefährten Arno Bergmann gerichtet. Dass sich dieser aber nicht komplett zur Ruhe setzen kann, war eigentlich allen Anwesenden klar. So will sich Bergmann weiter im Seniorenbeirat und in der Migrantenarbeit engagieren. „Ich habe mir auch auf die Fahne geschrieben, ein bisschen in der ,Wiedenbrücker Schule‘ mitzuarbeiten“, sagte Bergmann und kam zu dem Schluss, „die Termine sind also schon gut ausgefüllt“.

Die Nachfolge Bergmanns als Leiter des Fachbereichs Politik und Gesellschaft hat bereits Anfang des Jahres die 40-Jährige Politologin Carina Stöckl angetreten („Die Glocke“ berichtete). Der Posten des stellvertretenden Leiters der VHS bleibt vorerst vakant.

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